Unsere Reise mit dem Wohnmobil von Italien bis ins Allgäu



Heute kommt der zweite und letzte Teil unserer Italien Reise. Eigentlich wollten wir mit unserem Wohnmobil von Dethleffs eine Art Rundreise machen, jedoch gefiel es uns auf der Landzunge von Venedig an der Adria so gut, dass wir dort acht Nächte blieben. Die Zeit verging so irre schnell, mit viel planschen in den Pools und dem Meer, mit vielen Muscheln sammeln, Zeit zum Toben und Spielen, Eis ohne Ende essen und tollen Ausflügen nach Venedig und Lio Picollo, von denen ich Euch im letzten Post erzählt habe.

Unsere Muschelfunde

Zwei weitere Ausflüge in dieser Zeit gingen auf die berühmten Nachbarsinseln von Venedig, nach Murano und Burano.

Hier haben wir vom Hafen Punta Sabbioni die öffentlichen Schiffe genutzt, die zwischen den Inseln pendeln. Diese werden nicht nur zum Inselhopping von den Touristen benutzt, sondern sind in erster Linie für die Einheimischen da, um von den Inseln aufs Festland zu kommen. Daher waren sie unglaublich voll und nur unsere Tochter bekam auf den Fahrten einen Sitzplatz, weil liebe Menschen ihr einen angeboten hatten. Mein Sohn saß im Buggy, mein Mann und ich standen. Dazu mussten wir auf dem Rückweg lange am Hafen warten, um überhaupt ins Schiff zu kommen. Beim nächsten Mal würde ich nachfragen, was die Fahrt mit dem Wassertaxi kostet, die auch an den Häfen stehen und diese zumindest für den Rückweg einplanen.


Burano empfing uns schon von weitem, mit ihren strahlend bunten Häusern. Was war das für ein wunderschöner Anblick! Eigentlich ist Burano nicht eine Insel, sondern es sind vier eng beieinanderliegende, die mit acht Brücken verbunden sind. Ich dachte, nur einige Häuser sind so hübsch angestrichen. Aber als wir auf die Inseln gingen, kamen wir aus dem Staunen gar nicht wieder heraus. Jedes der Häuser  war bunt, hatte passende Fensterläden und viele bunte Blumen, die von den Fensterbrettern und Wänden rankten. Dazu die vielen schmalen Kanäle mit ihren Booten und Brücken, es sah alles wie gemalt aus.



Burano ist nur 670 Meter lang und an der breitesten Stelle 450 Meter. Bekannt ist sie nicht nur wegen ihrer bunten Häuser, sondern auch wegen der Spitzenstickerei, die man überall kaufen kann. Wir flanierten über die Insel, aßen wieder sehr leckeres italienisches Eis, schauten uns die vielen bunten Stände und Geschäfte an und entdecken am Hafen noch einen Spielplatz, auf dem beide Kinder erst einmal ausgiebig spielten.



Zurück am Anlegepunkt für die Schiffe, fuhren wir mit dem öffentlichen Verkehrsschiffen in der Lagune von Venedig weiter zur Insel Murano. Sie ist über den Wasserweg nur einen Kilometer entfernt von der Altstadt von Venedig und liegt 230 Meter nördlich der Friedhofsinsel San Michele. Daher ist diese Insel von Venedig schneller zu erreichen, als von unserem Hafen Punta Sabbioni.


Begrüßt wurden wir von einem schönen Leuchtturm und einem stattlichen Herren, der den Touristen am Anlegeplatz den Weg in Richtung der Glasbläserwerkstätten weist. Immer rechts herum, wenn man von Boot aussteigt. So gingen wir los und wurden auch schon nach kurzer Zeit fündig, denn Murano ist bekannt als Insel der Glasbläser. Kurze Zeit und zwei Euro pro Person später, standen wir in einer Werkstatt und konnten einer Vorführung im kleinen Kreis zuschauen. Es war schon sehr beeindruckend, was der Glasbläser dort in kürzester Zeit an Vasen und Tierfiguren herstellte und meine Tochter war ganz begeistert. Auch wenn man Geld dafür bezahlen muss, so bekommt man einen schönen Einblick in dieses Handwerk. 


Wir spazierten herum, aßen etwas, bestaunten die große Glaskunst in der Mitte der Insel und kauften noch ein kleines Glaspferd, in das meine Tochter sich so verliebt hatte. Hier lohnt es sich, nicht gleich im ersten Geschäft zu kaufen. Denn das gleiche Pferd kostete mal 30 Euro, mal 14 Euro und wir fanden es dann zwei Brücken später, in einem kleinen Geschäft für 6 Euro.


Beide Inseln sind sehr schön und sehenswert, aber der Tag ist mit diesem Inselhopping wegen der vielen Menschen recht anstrengend. Beim nächsten Mal, würde ich mir nur Burano mit den bunten Häusern anschauen, diese Insel war einfach zauberhaft!


Nach zehn Tagen traten wir langsam mit unserem Wohnmobil den Rückweg an und fuhren noch für einen Tag nach Verona. Hier gibt es zehn Minuten Fußweg von der Arena einen Stellplatz für Wohnmobile, auf dem man sogar übernachten könnte. Unser Trend I von Dethleffs gehört ja zu den größeren Modellen, aber es klappte sehr gut mit dem Fahren durch die Stadt und dem Parken auf dem Stellplatz. Wir hatten Glück und es waren sogar noch einige der 37 Plätze frei. Ich denke, im Sommer könnte es knapp werden. 

Die Adresse von dem Stellplatz ist: Camper-Areal Porta Palio
Via Gianattilio della Bona
37133 Verona
Koordinaten: 45°26’04’’N, 10°58’40’’O

Ich bin sehr froh, dass wir uns Verona noch angeschaut haben, sie gehört für mich zu den schönsten Städten, die ich bisher gesehen habe. Die große, gut erhaltene Arena, die schon 30. n. Chr. erbaut wurde, ist einfach ein wunderschöner und beeindruckender Anblick! Sehr gerne hätte ich mir darin die berühmten AIDA Festspiele oder eine andere Aufführung angeschaut, aber damit warten wir, bis die Kinder viel größer sind.



Wir gingen durch die schönen, schmalen Gassen, endeckten einen Brunnen mit Trinkwasser, an dem sich die Kinder tummelten und gegenüber, an einer Ecke wieder eine dieser unglaublich leckeren italienischen Eisdielen. Man kann sagen, Eis gehörte in diesem Urlaub neben viel Pizza, Pasta und Antipasta zu unseren Hauptnahrungsmitteln.


Auf der Piazza delle Erbe machten wir es uns auf einer Treppen mit großen Obstsalaten in Bechern, die es dort überall zu kaufen gab, bequem und genossen den Anblick der historischen Fassaden und dem mittelalterliche Uhrturm Torre del Gardello aus dem 14. Jahrhundert.


Nur wenige Schritte entfernt, immer dem Touristenstrom hinterher, findet man dann den berühmtesten Balkon der Literaturgeschichte, dass Haus der Julia oder auch Casa di Giulietta.



Dieses Haus soll angeblich das Elternhaus der Capulets von Julia sein. Nur knapp 300 Meter weiter, befindet sich das Via Arche Scaligere das angebliche Haus der Montagues von Romeo. Der berühmte Balkon wurde jedoch erst 2004 nachträglich angebracht. Sehenswert ist dieser schöne Hof, mit der Juliaskulptur und den vielen Liebesbriefen an den Wänden, auf jeden Fall.


Nun fuhren wir wieder Richtung Heimat und schliefen in unserem Traum auf Rändern noch eine Nacht in Südtirol, bevor es am nächsten Tag über Österreich wieder ins Allgäu ging. 


Am Tegelberg, mit Blick aufs Schloss Neuschwanstein und dem Schloss Hohenschwangau, verbrachten wir bei der tollen Sommerrodelbahn, einem großen Spielplatz, dem Beobachten der Paraglider und Drachenflieger, die über uns hinweg schwebten, einen ganz tollen Tag.


Auch die beiden Schlösser haben wir uns einen Tag vorher angeschaut, gebührenpflichtige Stellplätze für Wohnmobile gibt es direkt unten am Schloß. Aber wir werden es mit und ohne Kinder nie wieder machen. Das einzig Schöne dabei war die Kutschfahrt zum Schloß Hohenschwangau und der Anblick des Schloß Neuschwanstein auf dem Hinweg. Wie ein Märchenschloss ragte es vor uns empor.

Auf dem Weg zum Schloß Neuschwanstein, rechts im Bild. 
 
Aber viele tausend Besucher pro Tag, Reisebusse in Massen und unserem Gefühl, nur noch der Wunsch nach Profit, haben uns sehr enttäuscht. Vier Stunden Wartezeit bereits am Morgen, um sich das Schloss Neuschwanstein anschauen zu können, sind einfach irre lang und führten zu vielen gereizten Menschen rund um die beiden Schlösser. 

Auf dem Rückweg, vorbei an der Zugspitze

Nach zwei Wochen voller wundervoller und abenteuerlicher Erlebnisse mit unserem Wohnmobil, haben wir es in Isny mit schwerem Herzen wieder abgegeben. Die letzte Nacht vor der Abgabe verbrachten wir noch auf diesem Stellplatz an der Mühle direkt in Isny, nur fünf Minuten von dem Abgabeort bei MC Rent entfernt. Der Stellplatz ist sehr schön gelegen, direkt am Ach-Bach, in dem einige Camper samt meiner Tochter abends (mit Badeschuhen) noch etwas drin geplantscht haben.

Unsere erste Familienreise mit dem Traum auf vier Rändern wird für uns unvergesslich sein und jedes Mal, wenn wir nun ein Wohnmobil sehen, denken wir daran.
Wir werden es ganz sicher wiederholen.


Kommentare:

  1. Wir waren auch im Allgäu und ich kann deine Begeisterung so gut nachempfinden. Einen Urlaub mit Wohnmobil haben wir noch nie erleben dürfen, aber ich bekomme aufgrund deiner wunderbaren Aufnahmen richtig Lust darauf. Hat sicher etwas von Freiheit ... Liebe Grüße und einen guten Start zurück in den Alltag. Sina

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  2. So schön eure Reise. Wir waren vor paar Jahren auch in Italien in der Nähe von punta sabioni auf dem Campingplatz Marina di venzia und haben auch Venedig besucht. So schön. Mittlerweile sind wir Kroatien Urlauber. Mein Traum ist auch so eine Reise mit dem Wohnmobil

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  3. Toller Bericht, wir waren in dem Jahr mit unseren 6 und 3 Jahre alten Jungs auch zum ersten Mal mit dem Wohnmobil unterwegs. Wir haben das Tropical Island, den Spreewald und das Playmobilland besucht. Mein Mann schaut sich jetzt schon noch einem gebrauchten Wohnmobil um�� Ich will unseren Urlaub noch verbloggen. War ne tolle Erfahrung. Liebe Grüße Kerstin

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  4. Das "Ferienhaus" unterwegs stets dabei zu haben ist in dem Fall wirklich sehr praktisch. So ist man ungebunden und kann sich anschauen was, wo und wie lange man möchte.
    Besonders gut gefallen mir ja die kunterbunten Häuser. Die strahlen einfach eine wunderbare Fröhlichkeit aus.
    Herzliche Grüße gen Norden und einen wunderbaren Wochenstart,
    Sabine

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  5. Liebe Tanja,
    danke für diesen wudnerbaren Reisebericht und die herrlichen Bilder! Die bunten Häuser sind sooo schön, man möcht sich sofort auf den Weg dahin machen :O)
    Ich wünsche Dir einen guten Start in eine schöne neue Woche!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  6. Liebe Tanja, nun schreibe ich Dir auch einmal. Vielen Dank, für diese drei tollen Reiseberichte. Mein Mann und ich haben sie sehr interessiert gelesen. Wir überlegen schon seit längerem, mit dem Wohnmobil in den Süden zu fahren, waren uns aber sehr unsicher. Unsere beiden Jungs sind nun sieben und vier Jahre alt und wir hatten Angst, ob alles zu weit oder anstrengend ist. Aber unser letzter Urlaub ist förmlich ins Wasser gefallen und wir hatten viele Tränen. Deine Fotos sind immer so schön und deine Tipps. Was nicht so schön war, haben uns sehr gefallen. Die findet man in keiner Zeitschrift! Nun werden wir es wagen, dafür danke ich Dir sehr.

    Ganz viele Grüße von Martina mit ihren drei Männern

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  7. Ach Tanja da bist du vielleicht sogar bei mir (Landeck - Tirol) vorbei gefahren.
    Wir haben für nächstes Jahr unseren Urlaub mit einem Leihmobil geplant. Schön zu hören, dass es bei euch so schön war.
    glg
    Sonja

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♥ Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr darüber ♥