Buchtipp "Willkommen Geschwisterchen"

Buchtipp "Willkommen Geschwisterchen"

* Buchrezension* 

Die Journalistin, Autorin und Bloggerin Nathalie Klüver ist eine fleißige Schreiberin und hat bereits einige Bücher veröffentlicht. Eines ihrer neuesten Werke passt so wunderbar zu unserer aktuellen Lebenssituation.“Willkommen Geschwisterchen“ (Partnerlink), das im Trias Verlag erschienen ist. 


Wenn Familienzuwachs kommt, tauchen automatisch immer viele und neue Fragen auf. Das ist nicht nur beim zweiten Kind, sondern auch nun beim dritten Kind so. Wie schaffe ich den Alltag mit mehreren Kindern? Wie reagiere ich bei Streit und Eifersucht? Werden meine Kinder das neue Geschwisterchen gut annehmen? Wie schaffe ich es, allen weiterhin gerecht zu werden? Und wie sieht es eigentlich mit der Mehrbelastung aus? Nicht nur vom zeitlichen, sondern auch finanziell? 

Dabei ist das Buch in mehrere Kapitel eingeteilt und enthält neben vielen eigenen Erfahrungen von Nathalie als Mutter von drei Kindern, auch Meinungen von anderen Eltern


Meine Kinder werden alle einen Altersabstand von vier Jahren haben, für uns ist es ideal, für andere Eltern zu weit auseinander. Natalie geht der Frage nach, ob es eigentlich den perfekten Altersabstand gibt und was hat es für Vor- und Nachteile hat, wenn die Kinder einen sehr kurzen Abstand haben, zwei bis drei Jahre oder wie bei uns, vier Jahre und mehr dazwischen liegen. 

Interessant finde ich auch das Kapitel, wie man kleine und größere Kinder auf das neue Geschwisterchen vorbereitet. Dieses Mal haben wir relativ lange gewartet, es den Kindern zu erzählen, obwohl es mir monatelang so schlecht ging. Aber da Kinder ein ganz anderes Zeitgefühl haben und das Warten ewig für sie ist, wollten wir es nicht zu früh erzählen. Hinzu kommt auch das erhöhte Risiko in den ersten Monaten der Schwangerschaft, das Kind auch wieder zu verlieren. 


Nathalie schreibt noch tolle Tipps, wie man es dem Kind erzählen und spielerisch darauf vorbereiten kann. Primär ist das Buch darauf ausgerichtet, wie es ist, wenn ein zweites Kind kommt. Denn dort tauchen bei Eltern die meisten Unsicherheiten und Fragen auf. Aber auch bei einem dritten, vierten oder gar fünften Kind, ordnet sich eine Familie immer wieder neu. Ich spüre selbst, wie viele Gedanken ich mir um meine beiden Kinder mache in Bezug darauf, wie der Alltag mit Dreien werden wird. 

Nathalies Ideen für den Alltag mit mehreren Kindern wie die kleinen Helferlein, eine gute Organisation, den Haushalt bewältigen und das Thema „Perfektionismus“ geben einem den Schupps in die richtige Richtung, den man als Eltern von mehreren Kindern manchmal braucht. 

Quelle: Nathalie Klüver

Auch das Thema „Paarsein“ wird in dem Buch thematisiert und Nathalie schreibt sogar darüber, wie sich der Sex in einer Partnerschaft verändert. Dabei schafft sie es, alles informativ, aber auch mit einer Prise Humor zu vermitteln, so dass sich das Buch flüssig liest. 

Ich habe Nathalie persönlich noch ein paar Fragen gestellt, die vor allem für Eltern interessant sind, die bald wieder Nachwuchs erwarten und freue mich über das kleine Interview mit ihr: 

Das Baby ist da und die großen Geschwister kommen ins Krankenhaus und sehen es zum ersten Mal - wie kann man das am besten gestalten?

Das erste Mal den kleinen Bruder oder die kleine Schwester zu sehen, ist ein spannender und gleichzeitig auch berührender Moment. Ich werde nie vergessen, wie mein Großer mit großen Augen ins Krankenhauszimmer kam und seinen kleinen Bruder sah. Das war eine Mischung aus Neugier und Schüchternheit, ein ganz besonderer Moment. 

Als dann die kleine Schwester kam, war der Große schon abgeklärter - er kannte die Situation ja schon, aber der Kleine dafür sehr aufgeregt. Wichtig ist es, keine Erwartungen an diesen Moment zu haben. Also nicht auf Krampf versuchen, den Moment unbedingt ganz doll feierlich zu gestalten. Er wird so und so feierlich und besonders sein! Wenn man dieser besonderen Stimmung noch versucht eine Extraportion Feierlichkeit drüberzustülpen, könnte es gerade kleinere Kinder noch mehr einschüchtern und auch emotional überfrachten. Besser ist es, das Ganze einfach auf sich zukommen zu lassen und auf die Kinder zu reagieren und sich an ihr Verhalten anzupassen. Es hilft Eifersucht vorzubeugen, wenn das Baby beim ersten Zusammentreffen nicht unbedingt bei der Mutter im Arm liegt, sondern vielleicht neben ihr oder im Bettchen - gerade bei kleineren Kindern. Das lässt sich aber nicht immer steuern - meine Babys wollten ausgerechnet immer dann gestillt werden, wenn ihre großen Geschwister zum ersten Besuch kamen. Sie haben jetzt auch keinen Schaden genommen, aber es kann die Situation erleichtern.


Was hilft denn, um gar nicht erst Eifersucht aufkommen zu lassen?

Die großen Geschwister mit einer Umarmung und einen dicken Kuss zu begrüßen. So wie immer. Dass sie sehen: Mama hat mich lieb, es hat sich nichts geändert. Gerade für kleinere Kinder ist die Situation nicht einfach: Da liegt Mama in einem hässlichen Krankenhausnachthemd und hat ein Baby im Arm und nicht mich. Meine Jungs wollten zum Beispiel sofort zu mir und ihrer kleinen Schwester ins Bett, was sie dann auch gleich durften. Kleinere Kinder kann man auch gleich positiv stimmen, wenn man das Baby etwas "mitbringen" lässt. Ein kleines Geschenk an das große Kind. Mein Großer hatte von seinem Bruder eine kleine Plastikspielzeugkamera "bekommen", die er sich schon lange gewünscht hatte. Ein furchtbares rosa Ding, das er jahrelang in Ehren hielt und auf das er sehr stolz war. Erst als er das Ding mit dem Weihnachtsmann durchschaut hatte, hatte er auch das mit dem Geschenk vom Baby durchschaut. Aber die Plastikkamera hat auch heute noch ihren Ehrenplatz im Kinderzimmer.

Und wenn das große Geschwisterkind gar kein Interesse am Baby hat?


Das kommt tatsächlich gar nicht so selten vor. Man stellt sich das so romantisch und emotional vor: Das erste Zusammentreffen der Geschwister. Der Beginn der längsten Beziehung, die die meisten Menschen in ihrem Leben haben. Und dann guckt das Kind das Baby gar nicht richtig an und will gleich wieder nach Hause. Mein Mittlerer fand nach der ersten Euphorie die Fernbedienung meines Krankenbettes spannender und ließ mich im Bett hoch und runterfahren. Das ist dann auch okay so. Kinder brauchen Zeit, um so etwas zu verarbeiten. Man sollte sie nicht drängen - das ist kontraproduktiv und kann nach hinten losgehen. Da sollte man dann auf das große Kind eingehen und ihm einfach Zeit lassen. Jeder hat sein eigenes Tempo wenn der große Bruder die kleine Schwester nun mal nicht anschauen will, dann ist es auch in Ordnung so. Die Neugier kommt irgendwann - bei jedem Kind unterschiedlich schnell. Manche Kinder wollen auch gleich wieder nach Hause. Und auch das ist ok. Hier ist es einfach wichtig, jedem Kind sein eigenes Tempo zuzugestehen. 


Endlich, der große Tag und Mama und das Baby kommen nach Hause. Wie kann man diesen Tag besonders gestalten?

Nun ist das große Kind ja in seinem Revier - und meistens beobachtet man, dass die Kinder dann viel sicherer sind als im Krankenhaus. Der Vater kann vorher mit dem großen Kind zum Beispiel ein Begrüßungsplakat gestalten, Luftballons oder Girlanden aufhängen  und vielleicht ein kleines Geschenk für Mutter und Baby basteln, um zu zeigen, was nun Besonderes ansteht. 

Aber auch hier gilt: Kein Druck. Nur, wenn das große Kind mitmachen will. Denn Zwang und Druck lösen nur Widerwillen und negative Gefühle aus. Aber viele Kinder haben Spaß am Dekorieren und Luftballons lieben eh alle Kinder. Schwieriger ist dann der Moment, wenn es ins Bett geht. Je nachdem, wie alt das große Kind ist und ob es schon alleine in seinem Bett schlief, kann es noch mal Diskussionen geben. Es ist völlig normal, wenn auch das große Kind auf einmal wieder im Elternbett schlafen will. Und man sollte es auch zulassen. Die Großen brauchen nun mehr Nähe!

Sollte man die Großen denn weiter in den Kindergarten schicken oder ein paar Tage zuhause lassen?

Das würde ich von den Kindern abhängig machen, jeder reagiert unterschiedlich. Viele Kinder brauchen weiter ihre tägliche Routine und die gewohnte Umgebung im Kindergarten. Gerade, wenn sich zuhause so viel verändert, sind sie froh, dass sie die gewohnten Abläufe im Kindergarten haben und sehen, dass sich eben nicht ALLEs verändert hat. Diese vertrauten Dinge geben ihnen Halt. Und vielen Kinder hilft es auch, zu sehen, dass das normale, ihnen bekannte Leben weitergeht. Aber es gibt auch Kinder, die ihre Mutter am Anfang gar nicht aus den Augen lassen wollen und auf keinen Fall in den Kindergarten wollen. Das sollte man dann akzeptieren, denn sie sollen sich auf keinen Fall abgeschoben fühlen! Das muss jede Familie für sich ausloten. Meine Kinder blieben am ersten Tag zuhause und kamen ins Krankenhaus - aber dann wollten sie auch wieder ihre gewohnten Freunde treffen und in die Schule und den Kindergarten.

Was kann man in der ersten Zeit zu viert noch beachten, um keine Eifersucht aufkommen zu lassen?

Besucher sind so ein Thema! Denen sollte man vorher klarmachen, dass sie nicht nur das Baby bestaunen sollen, sondern auch das große Kind beachten sollen. Auch ein kleines Geschenk fürs große Kind kann helfen. Es ist doch sonst auch fies: Das Baby bekommt haufenweise Geschenke und kann damit sowieso noch nichts anfangen! Und man selbst sitzt da und bekommt nichts. Es müssen ja keine riesigen Geschenke sein, aber eine kleine Aufmerksamkeit kann wirklich helfen. Was übrigens häufig vorkommt und kein Grund zur Sorge ist ein  "Rückfall" in die Babyphase. Ein eigentlich trockenes Kind macht auf einmal wieder in die Hose. Auf einmal will das Kind wieder gefüttert werden. Nur auf dem Schoß sitzen. Die Schuhe können nicht mehr alleine angezogen werden. Der Schnuller muss wieder her. Und und und. Das kommt ziemlich häufig vor und das Beste ist, man geht einfach darauf ein . Ohne Gemecker. Ohne "aber du konntest doch schon". Das große Kind möchte mehr Aufmerksamkeit und soll sie auch bekommen. Diese Phase geht vorbei! Aber etwas Geduld sollte man haben - sie kann auch etwas länger dauern!

Tanja und Nathalie

Viele Dank, für das schöne Interview. Nathalie hat übrigens auch einen eigenen Blog, Ihr findet Sie unter "Eine ganz normala Mama".

Ich finde, das Buch „Willkommen Geschwisterchen(Partnerlink) aus dem Trias Verlag eine tolle Hilfe für alle Eltern, die vor der Entscheidung stehen, ob sie noch ein weiteres Kind wollen und bei allen Fragen, die einen als Eltern so kommen, wenn das zweite oder dritte Kind unterwegs oder bereits geboren ist. 

Ich bin mir sicher, ich werde das Buch in der nächsten Zeit noch viele Male hervorholen und mich an den Tipps orientieren. 

Ganz liebe Grüße, 



* Das Buch wurde mir vom Trias Verlag zur Verfügung gestellt, der Blogpost enthält jedoch meine eigene Meinung. Dieser Post enthält  Affiliate Partnerlinks. Wenn Ihr über sie einkauft, bekomme ich einen kleinen Anteil, ohne das es Euch mehr kostet. Lieben Dank dafür.

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