Das neue Buch: Die Kunst keine perfekte Mutter zu sein

Das neue Buch: Die Kunst keine perfekte Mutter zu sein

 (Buchrezension)

Vor einiger Zeit habe ich Euch das Buch „Willkommen Geschwisterchen“ von der Journalistin, Autorin und Bloggerin Nathalie Klüver vorgestellt. 

Nun ist ihr neues Buch „Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein (Partnerlink) im Trias Verlag erschienen, in dem es darum geht, ein Mama-Burnout vorzubeugen. 

Quelle: Nathalie Klüver

Heutzutage überschlagen sich die Mütter im Alltag, um ihren Kindern das Beste zu ermöglichen. Da sind zig Sportvereine vom Fußball bis Ballett, Musik- und Kunstschule, Verabredungen mit Freunden, hinzu kommen toll eingerichtete Kinderzimmer und Häuser, die immer blitzeblank aufgeräumt sind und für Wohnzeitschriften herhalten könnten. 

Instagram und Co präsentieren die schönen Welten der Familien und viele Mütter geraten unter Druck, es ihnen neben dem täglichen Stress mit Beruf, Haushalt und Schule der Kinder gleichzutun. Da ist ein Burnout vorprogrammiert, denn nirgends sieht es immer so aus und nirgends ist eine Familie immer so perfekt, wie es zu sein scheint! 

Hier setzt die Bloggerin Nathalie Klüver von „Eine ganz normale Mama“ mit ihrem neuen Buch an und zeigt undogmatisch und auf humorvolle Art, wie man als Mutter einfach mal nicht perfekt sein muss und einem der Druck genommen wird. Sie hat originelle Ideen für Auszeiten und macht vor, wie man den Alltag als Familie lockerer sehen kann. Wie sie das macht, habe ich Nathalie einfach mal selbst gefragt. 


Liebe Nathalie, wie kamst Du auf die Idee, ein Buch über Auszeiten für Mütter und das Thema Mütterburnout zu schreiben?

Als ich mein letztes Buch "Willkommen Geschwisterchen" schrieb, kam ich an einen Punkt, an dem ich selbst merkte, dass es so nicht mehr geht. Ich arbeitete bis an den Anschlag, alles drehte sich um die Arbeit und obendrauf bekam ich noch einen Tinnitus. Das war das Alarmzeichen: Es war einfach alles zu viel. Die Kinder, meine Arbeit als Journalistin, der Blog und das Buch. Also konzentrierte ich mich auf das Buch und sagte andere Aufträge ab. Und während ich das Buch dann zu Ende schrieb, dachte ich mir: Das Thema Burnout und Stress wäre doch mal gut für ein nächstes Buch. Denn es geht ja nicht nur mir so. Viele Mütter stehen permanent unter Strom, haben permanent zu viel zu tun und zu wenig Zeit für sich.
 
Wieso ist das so?

Wir Mütter sollen ja auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Wir sollen super Mütter sein, viel Zeit mit den Kindern verbringen, Karriere machen und den Haushalt tipptopp führen - und dazu noch immer gesund kochen, tolle Kuchen für den Kindergeburtstag backen und wenn's geht noch Basteln, Stricken oder Nähen. Der Tag hat aber nur 24 Stunden und auf Dauer können wir nun mal nicht alles auf einmal machen. Wir müssen Prioritäten setzen. Und auch mal an uns denken, kleine Auszeiten nehmen, denn niemand kann immer 120 Prozent geben. Wie wir lernen, Prioritäten zu setzen, auch mal nein zu sagen und wieso immer mehr Mütter am Rande eines Burnouts sind, darüber schreibe ich im Buch.

Quelle: Nathalie Klüver


In Deinem Buch gibst Du Tipps für kleine Auszeiten - reicht das denn? 

Es ist zumindest ein Anfang. Ein Anfang, auch mal an sich selbst zu denken. Einen Moment im Alltag zu finden, in dem man durchschnauft, neue Energie sammelt. Und dafür muss es nicht das Wellness-Wochenende sein, wie uns oft suggeriert wird. Ganz ehrlich: Ich möchte gar kein Wochenende ohne meine Kinder sein. Denn ich bin gerne mit ihnen zusammen und sie würden mir furchtbar fehlen! Abgesehen davon ist es organisatorisch gar nicht einfach, so ein Wochenende unterzubringen. Und wenn man dann nach dem Wochenende so weitermacht wie bisher, ist es mit der Erholung nicht wirklich weit her. Was viel hilfreicher ist: Kleine Auszeiten im Alltag unterbringen. Kleine Rituale, die nicht lang sein müssen, dafür regelmäßig. Also kleine Zeitinseln, die nur uns gehören.

Was denn zum Beispiel?

Das ungestörte Duschen am Wochenende. Der Yoga-Sonnengruß nach dem Aufstehen, wenn der Rest der Familie noch schläft. Die Stunde Lesen in einem guten Buch vorm Schlafengehen. Der Spaziergang im Park in der Mittagspause. Für mich ist es zum Beispiel der zweite Kaffee und das Zeitunglesen, wenn ich meine großen Kinder in den Kindergarten und die Schule gebracht habe, bevor ich mich an den Schreibtisch setze. Und bevor ich die Kinder abhole mache ich eine ähnliche Pause: Ich mache den PC aus und trinke in Ruhe einen Kaffee. Diese Pausen sind nicht lang. Aber sie gehören mir alleine und ich freue mich tatsächlich jeden Tag darauf. Außerdem lege ich in stressigen Zeiten immer wieder bewusste Atempausen ein, öffne das Fenster, atme tief durch, achte dabei auf die tiefe Bauchatmung. Ich habe mir das auch angewöhnt, um nicht mit den Kindern zu meckern: Anstatt loszuschimpfen, halte ich inne und atme dreimal ein und aus. Und meistens hat sich der Grund zu Meckern dann von alleine gelöst. Also meistens. Nicht immer. Viel zu oft klappt das leider nicht. Aber ich arbeite dran!

Quelle: Nathalie Klüver

Du hast drei Kinder, schreibst Deinen Blog und Deine Bücher - wie bringst Du das unter einen Hut?

Das geht nur mit Prioritäten setzen. Da meine Kleine noch nicht in der Betreuung ist, habe ich sie vormittags noch bei mir und muss ihre Schlafpausen nutzen, um zu arbeiten. Da bin ich aber dann auf Knopfdruck konzentriert. Ansonsten hilft nur Mut zur Lücke. Da kann ich jeden zu ermutigen! Ich habe eine Bestandsaufnahme gemacht, was mir wirklich wichtig ist. Das ist zum Beispiel der Nachmittag mit meinen Kindern, an dem ich aber nicht nur Haushalt machen möchte, sondern auch mit ihnen spielen, basteln oder zusammen kochen möchte. Deshalb ist ein picobello Haushalt gerade nicht so meine Priorität. Dann wird die Wäsche halt mal nicht direkt in die Schränke eingeräumt und wir bedienen uns alle aus dem Wäschekorb. Geht auch. Und ich liebe es zu backen, das ist für mich auch eine Art von Entspannung. Aber ich backe einfache Kuchen, nichts Kompliziertes. Wo die Kinder mithelfen können und wir so eine schöne gemeinsame Zeit haben. Und was den Haushalt betrifft: Ich will mit 80 Jahren nicht auf meine Leben zurückblicken und sagen: Ich hatte immer einen tiptop Haushalt. Sondern auf viele schöne gemeinsame Momente mit meiner Familie.

Quelle: Nathalie Klüver

Gibt es denn trotzdem Momente, an denen es Dir  zu viel wird?

Ohja! Ich glaube, das geht uns allen so. Es ist halt nicht immer alles perfekt und manchmal läuft halt einfach alles schief. Da bekommt das Baby Zähne, man schläft nicht, die Kinder streiten sich den ganzen Nachmittag und dann brennt auch noch das Abendessen an. Solche Tage gehören zum Leben dazu. Auch wenn ich in diesen Momenten am liebsten losheulen möchte, hilft es mir, dass ich weiß, dass es ja auch wieder bessere Phasen gibt. Und wenn bei uns gar nichts mehr geht, dann mache ich mit meinen Kindern laut Musik an und wir tanzen und singen dazu, je lauter und schiefer, desto besser. Und schwupps streitet sich keiner mehr, niemand nörgelt und ich hab selbst wieder gute Laune. Hilft meistens. Nicht immer. Wie ich schon sagte: Ich arbeite dran. Aber perfekt bin ich nicht.


So heißt ja auch dein Buch "Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein" (Partnerlink)

Genau. Damit ist gemeint, dass wir alle unser eigenes Ideal finden müssen. Und das ist nicht das, was andere meinen. Wir können es nie allen recht machen und sollten es deshalb gar nicht erst versuchen. Das frustriert nur und ist verschwendete Energie! Stattdessen sollten wir unseren eigenen Weg finden. Wir müssen nicht perfekt sein, gut genug reicht- und was das ist, bestimmen wir selbst. Denn jede Familie, jede Mama, alle Kinder sind unterschiedlich. 

Vielen Dank an Nathalie für das Interview. 

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