Was wir von Kindern lernen können: In Menschen das Positive zu sehen!


Immer wenn ich meine Tochter von der Schule abhole, erzählt sie voller Begeisterung von ihrem Vormittag. Was sie in der Schule gemacht haben, was passiert ist und mit welchen Kindern sie etwas erlebt hat.

Da ich mit den meisten Kindern aus ihrer Klasse und den Paten der Kinder (aus der achten Klasse) aber wenig Kontakt habe, kenne ich noch längst nicht alle und kann die Namen, die sie mir nennt, manchmal nicht zuordnen. Dann frage ich sie immer mal, ob sie mir beschreiben kann, welches Kind sie gerade meint. Und genau aus diesem Grund, ist dieser Post entstanden!


Denn wenn ich sie dies frage, erzählt sie mir von den anderen Kindern. UND IMMER, wenn sie dies tut, beschreibt sie die Kinder positiv und voller Begeisterung! Dann erzählt sie mir von dem Jungen, der so starke Hände hat, dass er eine ganze Bank alleine tragen kann. Oder dem Mädchen, das so tierlieb ist, weil es ihr letztens bei einer Käferrettung geholfen hat.


Von kleinen Fußballern, die wie Profis spielen. Von Kindern mit schönen Haaren und strahlenden Lächeln. Von Mädchen, die schnell laufen können oder so hübsche Sommersprossen auf der Nase haben. Von den längsten Zöpfen! Kinder, die gut Einrad fahren können oder im Rechnen und Stricken die Schnellsten sind. Oder dem Mädchen, das immer so eine hübsche Jacke trägt. Ganz kuschelig und weich! Und immer tut sie dies ohne Neid und Missgunst, ohne auch nur einen Ansatz von „Ich möchte das auch haben oder können"!


Ich weiß bei der Unterhaltung zwar oft immer noch nicht, welches Kind sie nun meint, aber ich finde es einfach so wundervoll, dies bei ihr zu erleben. 

Sie sieht in allen Kindern das Schöne und Gute, das was es kann, was es ausmacht oder von Anderen unterscheidet. Egal ob vom Wissen, Können oder Aussehen her.

Da wird nicht nach Fehlern bei Anderen gesucht! Nach hässlichen Dingen, um das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Da wird nicht voller Neid auf die Kleidung, das schöne Fahrrad, die Haare, den klugen Kopf oder ein Talent geschaut. Sondern wohlwollend und ehrlich, auf das Gute und Schöne geblickt! Das Kind kann das einfach, hat dieses oder jenes oder sieht so aus und das ist gut so. Und dabei spüre ich immer wieder auch ihren wertschätzenden Blick auf sich selbst.

 
Und wenn ihr etwas nicht gefällt, dann ändert sie es! Denn einmal bat sie mich morgens ihr einen besonderen Zopf zu flechten, sie hatte den bei einem anderen Mädchen gesehen und wollte auch gerne so einen. Gesagt, getan! Und hätte sie zu kurze Haare gehabt und dieser Wunsch hätte weiterhin bestand gehabt, bin ich mir sicher, sie hätte sie so lange wachsen lassen, bis es gegangen wäre.


Auf dem Schulhof fahren einige Kinder in der Pause Einrad. Also wollte sie es auch lernen und fragte mich nach den Möglichkeiten. In ihren Augen gibt es nichts, was sie nicht lernen kann, wenn alle Anderen es auch können. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!


Diese positive Einstellung, von der ich glaube, dass sehr viele Kinder sie haben, ist den meisten Erwachsenen leider verloren gegangen. Immer wieder erlebe ich dies um mich herum!

Auf Spielplätzen, in Vereinen, in Gesprächen. Menschen, die mit sich selbst oder Anderen, sogar ihren eigenen Kindern gegenüber, sehr kritisch sind. Die dies immer wieder zum Ausdruck bringen und die dabei das Schöne und Gute völlig aus den Augen verloren haben.


Ich würde mir wünschen, dass wir alle einmal in uns gehen und überlegen, wie ist eigentlich mein Blick auf mich und auf die Anderen? Und warum ist er so? Und können wir es nicht schaffen, mal wieder Kind zu sein, und um uns herum das viele Positive und Schöne sehen? Denn Kinder, sind doch immer wieder das beste Vorbild. 

Alles Liebe, 


Kommentare:

  1. Wie schön <3 Ja, wenn doch alle die Welt aus Kinderaugen sehen würden, denke ich mir auch immer wieder. Erst letztens habe ich beobachtet, wie meine Tochter sich mit ihrer Freundin gestritten hat und nach einem "Du bist nicht nicht mehr meine Freundin" , folgte nach eine paar Minuten wieder die personifizierte Eintracht. Warum können wir uns nicht auch wieder so schnell vertragen, das Leben ist viel zu kurz um es mit jahrelangen Streitereien zu belasten. Beispiel, meine Schwiegermutter und ich, vor über 7 Jahren ist ein Vorfall passiert, nachdem Funkenstille zwischen uns herrschte und erst so seit dem letzten Jahr lässt sie eine Annäherung zu. Wenn die Kinder die Welt regieren würden, wäre es wohl auch mit diesen elendigen Kriegen vorbei. Warum sind die meisten Erwachsenen so oberflächlich, neidisch und müssen sich in allem übertrumpfen.

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    1. Hallo liebe Stefanie, ganz lieben Dank für deinen Kommentar. Ja, dass mit dem Streit habe ich auch schon erlebt. Dabei geht so wertvolle Zeit miteinander verloren!
      Ganz liebe Grüße, Tanja

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  2. Moin Tanja!
    Das ist wunderbar, das deine Tochter die Welt, andere Menschen und sich selbst so sieht!
    Aber sei sicher: Du bist definitiv daran beteiligt, dass sie das so kann. Es ist eure Erziehung, eure elterliche Wertschätzung und Zuwendung, die sie dazu gebracht hat.
    Von alleine kann das niemand. Die Kinder, mit denen ich üblicherweise zu tun habe, können es allesamt nicht. Ihnen wurde eingeimpft, wie blöd sie sind, wie überflüssig, wie lästig. Anderen wird täglich beigebracht, dass sie sich mehr anstrengen müssen, sonst wird nichts aus ihnen. Selten reicht es, was sie geschafft haben.
    Wieder anderen, dass es eh nichts nützt, etwas zu lernen, weil alle anderen sowieso die Sahne des Lebens abschöpfen - keine Chance, also kannst du es auch gleich lassen.
    Manche haben gar überängstliche Eltern, die ihnen alleine gar nichts zutrauen mögen, aus Angst, sie könnten es nicht schaffen und enttäuscht sein oder - noch schlimmer - sich bei dem Versuch, etwas aus eigender Kraft hinzubekommen, zu verletzen.
    Manchmal könnte ich echt verzweifeln deshalb. So viel Unsinn!!

    Ich denke nicht, dass die Welt besser wäre, wenn Kinder sie regierten. Ich finde aber, dass Erwachsene sich bitte dringend überlegen sollten, was sie ihren Kindern und damit ihrer eigenen Zukunft mit auf den Weg geben möchten: Hoffnung oder Resignation?
    Kraft und Stärke oder Mutlosigkeit? Selbstverstrauen oder Angst vor allem Neuen?

    Umso mehr freut es mich, deinen Beitrag zu lesen - macht einfach Hoffnung, dass es doch noch normale Eltern und normale Kinder gibt.

    Liebe Grüße vom
    LandEi

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    1. Vielen Dank liebes Landei! Ich hoffe, dass wir als Eltern auch daran beteiligt sind. Aber vieles steckt auch in den Kindern, man muss nur aufpassen, es nicht kaputt zu machen. Das hast Du alles schon sehr gut beschrieben. Deine Pflegekinder können sich glücklich schätzen, Dich zu haben.

      Alles Liebe, Tanja

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  3. Hallo Tanja,
    ich schließe mich da Fr.Landei an. Ich glaube auch,das hat mit den Erfahrungen, die die Kinder machen,zu tun.Meine beiden,die ja jetzt schon junge Erwachsene sind,haben diese Eigenschaften bisher noch bewahrt.Das freut mich sehr,dass sie so zufrieden durchs Leben gehen und auch akzeptieren können, wenn irgendetwas nicht geht(z.B.finanziell).
    Viele liebe Grüße,
    Monika

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    1. Das finde ich ganz wunderbar liebe Monika! Ich hoffe, meine Kinder bewahren es sich auch :-).

      Liebe Grüße, Tanja

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  4. Hallo Tanja,
    das hast Du sehr treffend geschrieben. Ich hoffe und wünsche Deiner Tochter, dass diese Wahrnehmung lange so bleibt ohne Leid und Missgunst auf andere zu sehen und sich -das finde ich persönlich sehr wichtig- mit anderen zu erfreuen. Neid ist etwas fürchterliches....! Nur, wer wirklich mit sich im Reinen ist, kennt dieses Wort nicht. Leider wird mir persönlich sogar meine Zufriedenheit, die ich nach außen wohl ausstrahle, geneidet. Sehr schade...
    Dein Bericht regt mich gerade sehr zum Nachdenken an.
    Ich wünsche Euch ein frohes Osterfest und drücke Euch in Gedanken.
    Deine Sabine

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    1. Hallo liebe Sabine, ich freue mich sehr über Deine Nachricht. Ja, Neid ist ganz fürchterlich. Ich glaube um einen gesunden Neid kommt man manchmal nicht herum, es gibt auch immer mal eine Situation in der ich denke....ohhh! Aber man darf damit nicht resignieren und verbittern, sondern sollte nach Lösungen und Ideen schauen, genau das Gleiche umzusetzen. Deine Zufriedenheit, die ich ja auch kenne, finde ich eine ganz besonders schöne Eigenschaft von Dir! Du bist ein sehr positiver Mensch, mit viel Liebe für die schönen Dinge. Bewahre Dir das weiter ;-).

      Euch auch ganz schöne Ostern und bis bald, Tanja

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  5. Liebe Tanja dein Post spricht mir sehr aus dem Herzen:-) Auch ich habe zwei sehr positiv und offen durchs Leben gehende Kinder, die sehr empathisch, feinfühlig, sensibel und fröhlich sind. Es ist sehr schön, wenn die Kinder so geprägt durch Leben gehen können und auch auch hoffentlich lange so bleiben. Schade und Ärgerlich finde ich es, wenn ihre Wertvorstellungen und Einstellung durch negatives Erleben getrübt werden. Um so wichtiger ist es das Kind in seinen wunderbaren Einstellungen zu stärken und immer wieder neu zu motivieren an das zu Glauben was ihm Wichtig erscheint.... ein schönes Osterfest für dich und deine Lieben :-)

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    1. Liebe Tina, dass freut mich ganz doll und ich hoffe es wird den Kindern bleiben.

      Ganz lieben Dank und viele liebe Grüße, Tanja

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  6. Ja, es ist schön zu sehen dass die Kinder so sein können - wir Erwachsenen schätzen so manche Dinge erst wieder anders ein wenn wir merken wie schnell alles vorbei sein kann. Ich wünsche mir auch dass meine Kinder so eine positive Weltsicht erlangen und beibehalten ;-=
    Christine S.

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    1. Ich drücke Dir fest die Daumen. Aber der erste Schritt ist ja schon getan, Dein Wunsch und die Wahrnehmung darüber.

      Alles Liebe, Tanja

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  7. Das ist jetzt etwas ab vom Thema, aber hilfreich, um sich die Namen und Gesichter der anderen Kinder zu merken. Ich habe eine Kopie des Klassenfotos gemacht, unter jedes Kind einen kleinen Zettel geklebt und mit meinem Sohn die Namen der Kinder eingetragen. Das Bild hängt in der Küche auf dem Kühlschrank, wo wir es täglich sehen.
    Viele Grüße!

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    1. Vielen Dank für den tollen Tipp und liebe Grüße, Tanja

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♥ Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr darüber ♥