Kinder und Kaninchen, was muss ich beachten?

Kinder und Kaninchen, was muss ich beachten?

Viele von Euch wissen, das wir Kaninchen haben und immer wieder bekomme ich Fragen von LeserInnen, ob ich Kaninchen für Kinder empfehlen kann, ab welchem Alter sie geeignet sind, was Kaninchen fressen dürfen, wie wir den Außenstall gebaut haben und ob unsere Kaninchen im Winter eigentlich drinnen sind? 
Daher möchte ich diese Fragen heute gerne beantworten und wenn ihr noch weitere habt, stellt sie mir gerne in den Kommentaren. 

Wie viele Kinder wünschte sich meine Tochter vor ein paar Jahren sehnsüchtig Kaninchen. Immer wieder sprach sie davon, aber es dauerte einige Monate, bis auch wir Eltern davon überzeugt waren. Denn, auch wenn die Kinder schon älter sind, die erste Euphorie lässt nach einer Weile IMMER nach und die meiste Arbeit bleibt einfach bei den Erwachsenen. Egal, wie alt die Kinder sind! 


Da ich selbst mit Tieren aufgewachsen bin und diese Erfahrungen nicht missen möchte, fingen wir also an zu planen. Die Kaninchen sollten bei uns nicht drinnen Leben und so viel Auslauf wie möglich bekommen. Daher baute mein Mann einen Außenstall mit Dach


Das war mit ziemlich viel Arbeit und einigen Kosten verbunden. Den gesamten Kaninchenstall hat er vorher 1 Meter tief ausgehoben und Steinplatten verlegt. So können unsere Kaninchen zwar Gänge buddeln, jedoch nicht ausbrechen. 


In dem großen Stall haben wir noch einen kleinen Stall mit Rampe, in dem sie sich je nach Wetterlage oder Stimmung zurückziehen können. Dazu wechselt die Außengestaltung immer. 


Mal sind Äste, Weidenbrücken (Partnerlink) und große Stämme zum Nagen und Klettern drin. Mal ein Tunnel mit Heu gefüllt (Partnerlink) und sie bauen sich immer neue Gänge. Als Rückzugsorte dienen unseren Kaninchen eine Korbhöhle (Partnerlink), ein Häuschen (Partnerlink) und der extra Stall (Partnerlink).


Dazu haben wir noch ein Außengehege (Partnerlink), in das wir die Kaninchen an warmen Frühlings- oder Sommertagen direkt ins grüne Gras setzen. 


Jedoch sorgen wir auch hier immer für ein schattiges Plätzchen, stellen die Korbhöhle (Partnerlink) oder Weidenbrücken (Partnerlink) als Ruheplätze mit hinein oder bauen, wie meine Tochter, kurzerhand ein Haus aus einem Karton für sie. 


In dem Außenstall haben sie einen Futterplatz, mehrere Ecktoiletten (Partnerlink) mit Streu, die sie mal mehr und mal weniger nutzen und einen Futterplatz. Dazu immer frisches Heu und im Winter zusätzlich auf den Steinplatten Stroh.  


Anfangs haben unsere Kaninchen Wasserschalen gehabt, aus denen sie das Wasser auflecken konnten. Jedoch waren diese immer sehr schnell voller Erde, Stroh und Heu. Dadurch haben sie nun ganz klassische Wasserflaschen (Partnerlink), aus denen sie gut trinken.

Eine Leine haben unsere Kaninchen nicht, auch wenn unsere Kinder gerne mit ihnen durch den Garten laufen würden. Wir empfinden dies als Tierquälerei, denn zum einen brechen die Wirbelsäulen der Kaninchen bei einem Ruckartigen ziehen schnell, zum anderen sind die Tiere in der neuen Umgebung des Gartens völlig überfordert und verängstigt.

 Schon ein Vogel, der über sie rüber fliegt, wird von Ihnen als große Gefahr wahrgenommen und löst starke Angst aus. Denn Kaninchen sind nun mal die Beute von Greifvögeln und daher ist alles, was über sie hinweg fliegt, lebensbedrohlich.


Als der erste Winter kam, bekamen wir natürlich Sorge, dass sie uns bei Minusgraden und Schnee draußen erfrieren. Daher hat mein Mann einen Durchgang vom Außenstall in unseren Schuppen gemacht und dort einen weiteren Innenstall gebaut, in dem sie sich frei bewegen können. 


Mittlerweile nutzen unsere Kaninchen beide Ställe fließend, jedoch waren sie auch bei den kältesten Temperaturen am liebsten draußen. Und am allerliebsten unter der Erde in einer ihrer gebuddelten Höhlen, die sie selbst mit Heu und Stroh ausgelegt haben. Wir haben sie gelassen, denn sie hatten jederzeit die Möglichkeit ins wärmere Innere zu gehen und sie sind draußen weder erfroren, noch krank geworden. 

Wichtig ist wohl auch, dass Kaninchen bis zum August ganz draußen sein müssen, damit sie ausreichend Winterfell bilden können. Dann darf man sie laut der Züchterin auch Nachts nicht mehr rein nehmen. Ohne das richtige Winterfell, wäre es im Herbst und Winter draußen zu kalt für die Kaninchen.


Jedoch würde ich Kaninchen nicht im Winter in einem engen Käfig draußen halten, in dem sie sich nicht ausreichend bewegen und warm halten können. 


Unsere Tochter war damals fünf, als wir die ersten Kaninchen kauften, unser Sohn etwas über ein Jahr. Bei beiden Kindern mussten wir noch gut aufpassen, dass sie nicht auf die Kaninchen treten, wenn sie im Außenstall sind. Das würde bei den Kaninchen zu Verletzungen führen. 


Dazu muss man immer wieder als Eltern schauen, dass die Kinder nicht zu grob mit den Kaninchen umgehen, denn es sind keine Stofftiere! Viele Erwachsene sehen das locker, aber ich denke es sind Lebewesen und man sollte auf einen achtsamen Umgang mit ihnen achten. Dazu verlieren Kaninchen schnell ihre Zutraulichkeit, wenn sie immer wieder überfordert werden. Sie können beißen, fauchen und kratzen, wenn sie Ängstlich werden und das ist ja nicht das, was man sich für und von seinem Tier wünscht. 

Auch sollten die Kinder darauf achten, den Kaninchen immer wieder Ruhephasen und Auszeiten zu geben. Bei uns dürfen nicht mehr als zwei Kinder gleichzeitig in den Stall, damit niemand auf sie tritt. Das ist natürlich nicht so einfach, wenn Freundebesuch da ist. Aber die Kinder halten sich gut daran. 


Geht man liebevoll und pflegsam mit den Kaninchen um, kann für die Kinder eine wunderbare Freundschaft und ein inniges Verhältnis zu ihnen entstehen. 

 Sobald es wärmer wird und wir wieder mehr im Garten sind, sind auch die Kaninchen in unserem Leben wieder präsenter. Dann füttern wieder unsere Kinder sie täglich, pflücken für sie Löwenzahn, Giersch und Klee, sitzen viel bei Ihnen im Stall und beschäftigen sich intensiver mit ihnen.


Wir haben das Glück sehr tierliebe Nachbarn zu haben, die sich um die Kaninchen kümmern, wenn wir im Urlaub sind. Im Gegenzug kümmern wir uns um ihre Katzen, wenn sie verreisen. Ich habe die Urlaubsbetreuung der Kaninchen vorher unterschätzt, denn es ist ja doch mit viel Verantwortung und einigem Aufwand verbunden. Daher bin ich sehr froh, das wir sie haben. 


 Und da ich immer wieder gefragt werde, was Kaninchen eigentlich so fressen dürfen, habe ich Euch eine Liste  "Was dürfen Kaninchen fressen" erstellt, die Ihr einfach ausdrucken und Euch hinhängen könnt. 

Unsere Kaninchen haben immer eine Auswahl an Heu, frischem und getrocknetem Obst und Gemüse, Kräutern oder Blättern zur Auswahl. Natürlich mögen sie auch sehr gerne Gemüsereste, zum Beispiel die Schalen von Möhren und Äpfeln.

WICHTIG ist nur darauf zu achten, dass das Fressen abwechslungsreich ist und das einiges nicht zu oft verfüttert wird.




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  1. Das ist ja ein toller Post geworden (nicht das die anderen das nicht auch werden), auch wenn wir uns keine Kaninchen zulegen würden. Zum Glück haben unsere Nachbarn Stallhasen (über die Haltung lässt sich natürlich streiten), da ist unsere Kleine dann immer, wenn es wieder Junge gab.
    Mein Schwiegervater hat Schafe, Tauben und ab und zu Hühner und unsere Kinder wachsen mit dem Bewusstsein auf, dass es die dann Sonntags auch bei denen zu Essen gibt.
    Wir selber haben uns für Katzen entschieden. Bei uns leben zwei Kater. Zwecks Urlaubsbetreuung haben die einen Zugang zum Keller, wo sie gefüttert werden und ihr Katzenklo steht (wird aber nur noch von einem genutzt). Außerdem haben wir einen Kellerraum mit Liegeplätzen und Heizmatte für sie eingerichtet, denn wenn wir nicht zu Hause sind dürfen sie nicht ins Haus, bzw. auch nur ins Wohnzimmer. Auch im Garten und auf der Terrasse/ im Gartenhaus gibt es für sie eingerichtete Plätze. Hört sich für manche vielleicht grausam an, aber unsere Kater fühlen sich sehr wohl bei uns.

    Liebe Grüße
    Sharon

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    1. Hallo liebe Sharon, schön das Ihr so viele Tiere in der Umgebung habt und ich denke, für die Katzen ist es doch eine gute Lösung. Solange sie Futter bekommen und sich frei bewegen können. Viele suchen sich ja auch draußen noch zusätzliches Fressen.

      Ganz liebe Grüße, Tanja

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  2. Vielen Dank für den Post und die ausführliche Liste. Wir überlegen gerade uns Kaninchen zu holen, auch draußen in einem Stall. Deine Tipps helfen da sehr.

    Viele Grüße, Simone

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  3. Wir hatten früher auch Kaninchen, liebe Tanja. Doch nach dem zum Schluß nur noch unser Paulchen übrig geblieben war, gab es keine neuen mehr. Er war zu seinen Artgenossen einfach immer doof. Jetzt ist Paulchen auch im Kaninchen-Himmel und zwei Meerschweinchen wohnen in seinem Gehege. Wir mögen ihr lustiges Quietschen so gerne. Dir und Deinen Süßen einen lieben Gruß. Herzlichst, Nicole

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  4. Liebe Tanja,
    seit drei Jahren gehören zwei Zwergkaninchen zu unserer Familie. Unsere Zwillinge waren damals bereits in der ersten Klasse, so etwa 6,5 Jahre alt. Seit dem kümmern sie sich rührend, um die beiden. Inzwischen wurde der Stall vergrößert und ihnen steht ein kleines Gartenhäuschen zur Verfügung mit Innenstall. Außerdem haben sie auch ein Freigehege. Im Sommer dürfen sie dann bei schönem WEtter im Gras. Mir war es auch wichtig, dass die Kinder mit Tieren aufwachsen und sich auch kümmern. Bislang klappt das bei uns eigentlich ganz gut. Deine Liste werde ich den beiden ausdrucken. Sie suchen nämlich im Garten immer nach neuem Futter.
    LG Melanie

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  5. Ach ist das schön. Ein eigenes Haus, haben eure Häschen, ich bin mir ganz sicher, dass sie absolut glücklich bei euch sind.

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  6. Oh wie toll, da habt ihr ja ein richtiges Kaninchenparadies. Das ist bei Kaninchen wie bei den Hühnern, erst steckt man eine Menge Zeit und Geld in den Stallbau aber dann kann man die Tiere so richtig genießen. Kaninchen sind ja sehr sensibel und zu viel Trubel ist für sie echt beängstigend und leider finden sie gerade wuselige Kinder extrem stressig, da finde ich es total beeindruckend, dass du es schaffst den Kaninchen auch mit mehreren Kindern die notwendige Ruhe zu geben. Ich habe das Glück Hennen zu haben die Kinder und Herumgetragenwerden absolut genial finden, da können sich die ruhigeren Hennen dann zurückziehen während die anderen Hennen mal getragen, gefüttert werden, auf die Schulter flattern dürfen etc.

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