Warum Ferien auch für Kinder so wichtig sind!

Warum Ferien auch für Kinder so wichtig sind!

Anlass für diesen Blogpost ist ein Gespräch, das ich vor ein paar Tagen morgens in einem kleinen Bistro mitbekommen habe. Ich liebe es dort, nach dem Einkaufen, in Ruhe ein zweites Frühstück zu essen und gemütlich einen Kakao zu trinken. 

Beim letzten Mal saßen jedoch zwei Mamas am Nebentisch, ich schätze das gleiche Alter wie ich und die eine Mama erzählte der Anderen begeistert, dass sie ihre beiden Kinder die ganzen Osterferien im Kindergarten gelassen hatte, während sie und ihr Mann frei hatten. Nun stehen ja die Sommerferien vor der Tür und sie ärgere sich, dass der Kindergarten zwei Wochen geschlossen hat! Die restliche Zeit der Schulferien würden sie ja auch eine Ferienbetreuung anbieten.


Im weiteren Verlauf hörte ich, dass beide Kinder bis um 16 Uhr in der Kita sind und das ihr Mann und sie sich nun vorgenommen haben, das nun immer so zu machen, wenn es möglich ist. 

Das heißt immer dann, wenn der Kindergarten eine Ferienbetreuung anbietet, würden sie ihre Kinder hingeben! Leider würde der Kindergarten zwischen Weihnachten und Neujahr ja schließen und im Herbst hat er auch eine Woche zu! Das wäre sehr ärgerlich, sagte sie!


Sie erzählte weiter, ihr Mann und sie hätten sich mit dem Ausschlafen abgewechselt, danach in Ruhe gefrühstückt (machte sie nun mitten in der Woche ja auch gerade) und den Tag so richtig entspannt. 


Sie waren in der Stadt bummeln, in der Therme und in der Sauna. Und sie konnten endlich mal die ganzen Serien sehen, die sie immer aufnehmen würden. Die andere Mama hörte begeistert zu, während ich fast in die Tischkante biss! 

Und dann kam der Knaller! Sie erzählte ihrer Freundin, ihre Kinder seien im Moment völlig unausgeglichen, gestresst und zu Hause würden beide nur streiten und heulen. Es wäre kaum auszuhalten mit ihnen. 

Die Kinder hätten ja theoretisch null Stress im Kindergarten und mit ihren Hobbys und sie als Mutter müsste schließlich alles organisieren, machen und tun. Ihre Freundin nickte zustimmend und ich trank, so schnell es ging meinen Kakao aus und ging, sonst wäre ich geplatzt! 


 Ich vermute und hoffe, diese Eltern gehören zur Ausnahme. Und ich gehöre "eigentlich" zu den Müttern, die sich aus der Erziehung anderer Familien heraushalten. Die den Ansatz hat "Leben und leben lassen", außer es ist natürlich Gewalt oder ähnliches im Spiel. Ich mag keinen Dogmatismus, keine klugen Ratschläge und Tipps, jeder soll es so machen, wie er mag, auch wenn ich oft genug (innerlich) die Hände über dem Kopf zusammenschlage. 


Aber dieses Erlebnis war selbst mir zu viel und ich möchte meinen Gedanken dazu hier Luft machen. 

Ein Kinderalltag, egal ob in der Krippe, bei der Tagesmutter, im Kindergarten oder der Schule, ist nicht im geringsten weniger anstrengend, als ein beruflicher Alltag für uns Erwachsene! 


Die Kinder sind in einem anderen Umfeld, immer umgeben von anderen Kindern und Erwachsenen, mit denen sie sich auseinandersetzen müssen. Mit einer enormen Lautstärke, mit verbalem und körperlichen Streit mit anderen Kindern, mit verschiedenen Erziehungsmethoden, mit vielen Kompromissen, immer neuen Reizen, Eindrücken und Emotionen. 

Sie lernen jeden Tag neues, müssen dies verarbeiten, sind mal fit und ausgeschlafen und mal ausgelaugt und müde. Kinder sind empfindsam und sensibel, sie brauchen die Nähe, Sicherheit und Zuwendung der Eltern und Familie. Und sie haben die gleichen Bedürfnisse wie Erwachsene. 


Nun zu denken, ein Kind braucht keine Ferien, die Wochenenden würden zum Erholen ausreichen, ist absoluter Quatsch! Natürlich braucht das Kind genauso wie die Eltern freie Tage zum Erholen und zum Regenerieren. Und wie oft sind sogar die Wochenenden voll mit Terminen? 

Das Kind braucht Ferien zum Ausschlafen und zum Spielen, ohne immer wieder unterbrochen zu werden. Zum gemeinsamen Kuscheln mit den Eltern. Zum ruhigen Frühstücken, um ein Hörspiel zu hören oder um in Ruhe Bücher anzuschauen. Für ein Puzzle oder um endlich Mal das Spiel zu spielen, dass schon seit Wochen wartet. UND für gemeinsame Erlebnisse, Ausflüge oder einen Familienurlaub. 


Für Zeit auf dem Spielplatz, im Schwimmbad, am Meer oder im Wald. Für Tage im Garten und für Tage im Schlafanzug, für ganz viel Zeit nur für sich.


Pausen, um sich nicht ständig mit anderen Auseinandersetzen zu müssen. Um einfach mal wieder Luft zu holen und neue Kraft für den Alltag zu schöpfen. 

Jeder Erwachsene kennt dieses Gefühl, diese Vorfreude auf den Moment...endlich Urlaub, endlich frei! Dem Alltagsstress mal eine ganze Weile entgehen! Und den Kindern wird dies genommen? Damit die Eltern Zeit für sich und ihre Interessen haben? Und die andere Mutter stimmt auch noch begeistert zu!?! Das war zu viel für mich!


Ich kann es verstehen, wenn Eltern die Ferienbetreuung nutzen, weil sie nicht alle Ferien mit ihren eigenen Urlaubstagen überbrücken können. Nicht immer gibt es die Großeltern in der Nähe oder die Eltern sind Lehrer oder wie ich Selbständig. Aber ich bin fest der Ansicht, die sechs Wochen die Eltern frei haben (oder wenn sie sich aufteilen sogar noch mehr), müssen die Kinder auch Ferien haben!


Und natürlich drehen Kinder durch, weinen viel und sind erschöpft und aggressiv, wenn sie diese Zeit für sich und Pausen nicht (mehr) bekommen! Wie würde es denn uns gehen? Würden wir etwa nicht durchdrehen? 


Auch Kinder brauchen die gleichen Pausen, Auszeiten und Ferien wie Erwachsene! Und wenn ich die Kinder in den Kindergärten und Schulen sehe, die täglich unglaublichem Lärm, Gewusel und unterschiedlichsten Konflikten ausgesetzt sind, denke ich, sie brauchen diese sogar noch dringender, als wir Erwachsene! Fragt mal die ErzieherInnen und LehrerInnen, wie anstrengend ihr beruflicher Alltag ist! 
 


  1. Liebe Tanja,
    ich kann deine Gedanken total nachvollziehen. Also Erzieherin und Mama kann ich es aber auch verstehen, wenn Mama und Papa sich mal einen Tag gemeinsam gönnen. Mein Mann und ich haben zirka alle sechs-acht Wochen den Luxus, dass die Großeltern unser Kind für ein Wochenende mitnehmen. Für unseren Sohn ist es dort wie im Paradies (Eis ist immer da und der Garten ist sehr groß) und wir könnnen ausschlafen oder mal groß ausräumen, gemeinsame Büroarbeit erledigen oder mal piek-fein essen gehen, wo es mit kleinem Kind mal stressig werden könnte.
    Andererseits bin ich dagegen, sein Kind ein Jahr lang in die Betreuung zu geben und sich über Schließzeiten zu ärgern. Denn was machen die Eltern, wenn die Kinder in die Schule kommen? Noch sensibler werde ich, wenn ich mitkriege, dass Kinder von 7-17 oder 8-18 Uhr in der KiTa sind, obwohl Mama/Papa zuhause mit dem Baby ist. Unverantwortlich! Oder wenn Kinder noch mit einer halben Dosis Fiebersaft abgegeben werden und man dieses Kind nur trägt, tröstet oder es nur in der Ecke sitzt. Grundsätzlich muss ich mich zurückhalten, rede aber durch die Blume ein schlechtes Gewissen ein. Damit die Eltern (nicht alle, es sind nur ein paar!) verstehen, wenn ein Krippen-/KiTa-Tag für ein Kind bedeutet. Aber so wird es immer sein... leider.
    Alles Gute euch!

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  2. Sehr schön geschrieben und ich stimme Dir voll zu. Unser KiGa schließt um 14 Uhr und Donnerstag war Schnuppertag und daher bis 16 Uhr, danach meinte mein Mann zu unserem Mittleren, er sei bestimmt müde, weil er "einen ganzen Arbeitstag" hinter sich habe. Leider kenne ich auch so Eltern, die Du beschreibst bzw der Kontakt ist unter anderem wegen so etwas beendet. Dass man sich als Eltern mal einen freien Tag gönnt oder ein Wochenende, prima. Aber Kinder brauchen eben auch Ferien und ich käme nie auf die Idee, ohne massiven Grund, meinen Kindern kein frei zu gönnen.

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  3. Liebe Tanja, das sehe ich genau wie du! Kinder brauchen soziale Kontakte zu anderen Kindern, aber genau so auch einen Rückzugsort wo sie einfach sich sein können!
    Hab's gut, lg Moni

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  4. Oh man ey, nicht ohne Grund brauchen viele kleine Kinder nach dem Kiga erst mal ein mittagsschläfchen. Kindergarten ist einfach anstrengen für so kleine persönchen. Und warum hat man Kinder wenn man nie Zeit mit ihnen verbringen will? So was geht mir einfach nicht in den Kopf. Und das dann auch noch so öffentlich erzählen und sich aufregen. Schon mal drüber nachgedacht, dass de Erzieherinnen vielleicht auch gerne mal die Ferien mit ihren Kindern verbringen wollen. Ich kann echt verstehen das du dich darüber aufgeregt hast

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  5. Genau meine Meinung. Und ich bin total genervt davon, mich rechtfertigen zu müssen, warum der Kleine nicht in Kiga geht wenn die Große Schulferien hat. Zumindest an den Tagen an welchen ich frei habe!

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  6. Stimme dir total zu!
    Ich habe meine Kinder erst 1 Jahr später als normal in den Kindergarten gegeben, weil ich sowieso daheim war. Beim Ältesten war ich gerade wieder schwanger und beim Jüngeren habe ich nach dem Karenz begonnen, von daheim aus zu arbeiten.
    Ich frage mich oft, wenn man keine Zeit für die Kinder hat, sie schon mit 1 1/2 Jahren zur Betreuung abgibt - warum kriegt man sie überhaupt?

    Liebe Grüße & einen schönen Tag!
    Sandra

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  7. Liebe Tanja,

    Ich stimme dir 100% zu, hätte die Tischplatte zerbissen und wäre trotzdem geplatzt. Ich fürchte aber, für Kinder solcher Eltern ist ein langer Tag im Kiga besser als zu Hause ... Liebe Grüße , Ruth

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  8. Hallo Tanja,
    leider st es oft so, das bekomme ich in meinem Umfeld auch schon mal mit und finde es echt traurig und kann auch nur immer wieder den Kopf darüber schütteln. Ich versuche mich auch aus sowas rauszuhalten, könnte aber genauso darüber platzen. Ich persönlich habe nur eine Tochter, mir und meinem Mann ist es allerdings schon immer sehr wichtig gewesen, freie Zeiten gemeinsam mit unserer Tochter zu verbringen bzw. sie nur für die Zeit betreuen zu lassen, die es uns nicht möglich ist aus beruflichen Gründen betreuen zu können. Viele sehen das wirklich anders, mir wurde dann auch schon oft an den Kopf geschmissen, ich hätte ja gut reden, weil ich nur ein Kind habe, mit mehr Kindern sei das ja viel stressiger!! Ich frag mich manchmal, warum solche Leute dann Kinder haben. Na ja, ich finde deinen Post auf jeden Fall sehr gut, und denke genauso wie Du. Hab noch einen schönen Tag.
    Liebe Grüße Katrin

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  9. Ich oute mich mal.

    Wenn die Kinder Kita haben und der Papa Urlaub ( ich bin noch zuhause) dann machen wir währenddessen mal was als Paar. Allerdings nur bis mittags.

    In der schließzeit sind die Kids daheim. Es gibt eine Notgruppe, aber wie der Name sagt für Notfälle

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    1. Anonym "outen" bedeutet Senf dazu geben😉

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  10. Ich gebe Dir so sehr Recht und sehe das genauso wie Du!! Ich bin sogar deswegen noch immer daheim als Mutter und Hausfrau mit drei Kindern. Mein Mann arbeitet als Rettungssanitäter im Schichtdienst, da kann man sich nicht abwechseln oder ähnliches. Meine Kinder werden von mir um 12 Uhr im Kindergarten abgeholt und meine Große kommt um 13.45 Uhr vom Bus. Es gibt frisch gekochtes Mittagessen und ich bin da für meine Kinder zum Spielen, Kuscheln, Hausaufgaben helfen usw. Jede Schulferien, wo unsere Große daheim ist, sind auch unsere Kleinen daheim vom Kindergarten. Es ist leider nicht die Ausnahme, ich kenne viele Eltern... Hauptsache die Kinder sind "verräumt"....

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  11. Ich kann dir nur voll uns ganz zustimmen..., wenn es arbeitstechnisch nicht möglich ist oder man alleinerziehend ist, kann ich es ja noch verstehen, wenn die Kinder viel Zeit in Kindergarten oder Hort verbringen.
    Bei uns ist es so, dass mein Mann arbeiten geht und ich zu Hause bleibe. Wir haben das Glück, dass mein Mann genug verdient und das so möglich ist. Die Große kommt nach der Schule nach Hause, die Mittlere möchte unbedingt in den Hort, weil sie da mit ihren Freunden Fußball spielen kann und die Kleine geht in den Kindergarten. Aber in den Ferien und an Brückentagen sind sie zu Hause und freuen sich, dass sie den ganzen Tag machen können was sie wollen. Man braucht eigentlich fast garnicht wegfahren, denn zu Hause ist es doch irgendwie immer am schönsten.
    Liebe Grüße
    Sharon

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  12. Wie traurig....da fragt man sich warum manche sich überhaupt Kinder anschaffen 😨 und was wird aus solchen Kindern???

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  13. Oh... Wie wahr .....was du schilderst ist absolut kein Einzelfall... ...ich arbeite mit Kindern .. Betreuung und Freizeitstress. . Das ist für viele Eltern der Schlüssel für eine gute Erziehung... Toll das du das auf deinem Blog ansprichst... Denn gerade die "gebildete... Moderne... Mittelschicht handelt soo... Hoffentlich lesen viele dein Beitrag ...

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  14. Stephanie Urland15. Juni 2018 um 18:20

    Liebe Tanja, ich bin dir so dankbar für diesen Bericht und deiner Ansicht darüber. Ich bin auch Mama von 2 wundervollen Kindern und arbeite als Erzieherin im Krippenbereich. Wir genießen jeden freien Tag und Urlaub gemeinsam als Familie. Einen Urlaub ohne meine Kinder würde es nie geben. Umso schlimmer finde ich es, auch andere Erfahrungen innerhalb meiner Arbeit machen muss. Viel zu oft werden Kinder überlastet und ausgelaugt in die Einrichtungen gebracht . Einfach nur, weil die Eltern sich dieses stressigen Kindergartenalltags nicht bewusst sind. Obendrein nutzen Eltern diese Zeit auch als Erholung vom Kind . Das ist die absolute Höhe. Ich hätte wahrscheinlich gar nicht so ruhig bleiben können wie du, ohne den Damen einige Worte zum Nachdenken mit auf den Weg zu geben.

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  15. Ich kann dir nur vollkommen zustimmen.
    Letztens sagte eine Freundin zu mir: 4 Wochen Sommerferien würden doch reichen warum müssen es 6 sein? Ich hab sie danach ziemlich geschockt angesehen. Ich verstehe das es schwierig ist wenn beide berufstätig sind, eigentlich zu schwierig. Aber das hat mich total verwirrt in dem Moment denn ich kann mich erinnern wie ich als Kind/Jugendliche diese langen Ferien genossen habe.

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  16. Hallo, ich bin eigentlich nur stille Mitleserin aber dieser Blogbeitrag ging mir so ans Herz das ich dir einen Kommentar schreiben muss... Du hast mit jedem Wort recht. Ich bin Erzieherin von Beruf und habe eine kleine Tochter die auch bald in den Kindergarten kommt. Erschreckend was du da mitgehört hast. Und ich kann dir nur zustimmen. Für Kinder ist Kindergarten genauso anstrengend wie für uns der Arbeitsalltag und auch teilweise genauso lang. Bis 15 oder 16 Uhr. Natürlich gehen viele Kinder gerne in die Kita aber genauso wichtig wie regelmäßiger Kitabesuch für die Spielkontakte und die Entwicklung sind, genauso sind Pausen und Ferien wichtig zum erholen und für die Beziehung zur Familie. Zum erden, damit ich mich dann wieder in den Trubel begeben kann. Natürlich brauche ich auch als Mutter oder Eltern Pausen und ausschlafen und Zeiten für mich, keine Frage,aber die sollte ich dann im Gegenzug auch meinen Kindern zugestehen. Und wenn sich das in guter Balance befindet sind vielleicht alle ein kleines Stück zufriedener im Alltag.
    Ein toller Blogbeitrag der mich nachdenklich stimmt. Ich lese immer wieder gerne deine Beiträge.
    Gruß Berit

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  17. Oh ja. Und darum hole ich den Sohnemann auch wann immer es geht, früh vom Kindergarten ab und genieße die gemeinsame Zeit am Nachmittag. Und Ferien sowieso. Was gibt es schöneres als gemeinsam in den Urlaub zu fahren, Abenteuer zu erleben, durch den Wald zu streifen... Ich jedenfalls möchte die gemeinsame Zeit nicht missen.

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  18. Danke! Ich stimme Dir in allem zu!

    Ich finde auch wirklich brutal, dass schon Einjährige täglich für 8 Stunden in die Kita gehen. Und das ist ja seit 2008 die Regel. Ich beobachte die Auswirkungen an den Schulkameraden meines großen Kindes. Es ist grauenhaft.

    Natürlich verstehe ich, dass viele Eltern Vollzeit arbeiten müssen, um genug zum Leben zu verdienen. Ich verstehe auch, wenn jemand seine Arbeit so sehr liebt, dass er nicht weniger arbeiten will. Aber oft ist es doch so, dass die Eltern von ihrer Arbeit gestresst sind, für die Arbeit viel Geld investieren müssen (Auto, Kleidung, Kinderbetreuung etc.) und mit wenigen Einschränkungen auch mit weniger Geld, also weniger Arbeitsstunden auskämen.

    Früher gab es eine gesunde Mischung von Ganztagskindern, Halbtagskindern und Zuhausekindern, die sich gegenseitig wichtige Dinge beigebracht haben. Heute werden die meisten Kindern nach dem ersten Geburtstag ganztags fremdbetreut und deshalb auch brutal abgestillt. Und das Benehmen dieser Kinder ist die Norm. Andere Kinder, die anders aufwachsen und dadurch verständnisvoller, rücksichtsvoller, sensibler etc. sind, sind die ausgegrenzten Aliens. Es tut mir in der Seele weh und ich habe Sorge, was später aus dieser Generation mal wird.

    Henriette

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  19. Ein wunderbarer Beitrag! Er spricht mir voll und ganz aus der Seele. Ich bin froh um alle freien Tage die ich zusammen mit meinen 4 kids habe. Und solche Eltern kann ich einfach nicht verstehen. Ich selbst arbeite im Kindergarten und kennen solche Eltern zu genüge. Ausserdem hatte ich in meiner Elternzeit ein Kind welches von 8-14:30 und anschließend bis 17:30 Uhr bei mir betreut wurde. Täglich!!! 9,5h Fremdbetreuung! Und das ist bestimmt kein Einzelfall.

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  20. Liebe Tanja,

    du hast sicher recht mit dem was du schreibst. Ich merke das auch an meinen Kindern, wenn die Luft vor den Ferienzeiten einfach raus ist. Die Szene, die du beschreibst, ist sicher ein Extrem. Trotzdem kennt keiner die Hintergründe dieser Familie und warum sie sich so sehr nach Auszeiten sehnen. Ich finde es schwierig hier zu urteilen.

    Und noch schwieriger finde ich die grundsätzliche Diskussion, die da jetzt losgetreten wird. Dieses unselige "Manche Leute sollten einfach keine Kinder bekommen, wenn sie sich nicht um die kümmern wollen." Ich denke mir das auch immer, wenn ich von Müttern höre, die keinen Kindergartenplatz bekommen, weil sie ja "nicht arbeiten" im Sinne einer bezahlten Erwerbstätigkeit. Denn wer zuhause ist kann ja wohl auch die Kinder selbst betreuen. Ich finde das mit Verlaub total vermessen. Denn auch diese Mamas brauchen mal eine Auszeit. Auch diese Mamas wollen sich mal hinsetzen und einen Kaffee trinken, ohne dass gleich einer schreit. Auch diese Mamas möchten gerne mal zum Sport gehen, weil sie sich wieder wohl in ihrem Körper fühlen wollen.

    Ich habe sehr große Bauchschmerzen bei diesem Anspruch immer und überall da sein zu müssen. Denn genau das ist es, was uns auf Dauer kaputt macht. Und es macht es nicht einfacher, wenn wir uns dabei immer gegenseitig das Leben schwer machen. Warum ist das so? Ich würde mir wünschen, dass wir alle mal tief durchatmen und uns nicht immer bemüßigt fühlen, unsere eigene Situation als Maßstab für alle und alles zu nehmen. Das gilt jetzt gar nicht für deinen Text, sondern eher für eine Reihe von Kommentaren, die ich in dem Zusammenhang gelesen habe.

    Wie man sieht, das Thema ist immer für einen Aufreger gut. Am Ende des Tages sollten wir dann aber vielleicht doch lieber in unseren eigenen Schuhen nach Hause gehen und nicht in denen der anderen. Danke aber für den Denkanstoß - wir in Bayern haben ja noch ein bisschen hin bis zu den Sommerferien.

    Liebe Grüße aus dem Süden :) Petra

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  21. Schöner Artikel. Wahre Worte. Ich bin auch immer erstaunt, dass Eltern wirklich es genießen ihre Kinder abzugeben. Dass es jedoch durchaus als gesellschaftlich verbreitet ist, merke ich stets daran, wenn jemand mitbekommt, dass meine Kinder gar nicht in den Kindergarten gehen. "Dann hättest auch mal Erholung" - kriege ich sooooo oft gesagt, wenn es um das Thema Kiga geht. Ich versteh es nicht. Ich brauche keine Erholung von meinen Kindern.

    Ich kann es verstehen, dass die Dame im Café schwärmte. Wenn die Ehe sonst zu kurz kommt oder durch zu wenig Schlaf belastet ist, dann ist sowas Erholung pur und kann das Paar wieder vereinen und somit die Familie stärken. Dann finde ich es auch legitim in schweren Zeiten das mit der Ferienbetreuung auszunutzen. Es aber als Grundhaltung innehaben hingegen finde ich nicht so prall.

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  22. jaaa ganz genau. Ich glaube ich wäre da beim lauschen geplatzt.
    Wir fahren nächste Woche als Familie in Urlaub... und freue uns alle drauf. Als Patchworkfamilie sind die Ferien für Zwergi sogar was ganz besonderes, da da seine Schwestern länger bei uns sind als nur am WE. Und wenn die Mädels dann mit ihrere Mama noch wegfahren, ist Zwergi allein auf Urlaub bei meinen Eltern - denn unser Kiga hat 8 Wochen und einzelne Tage (pro Jahr) geschlossen. Da reichen meine / unsere Urlaubstage nicht. Vor allem nicht, wenn wir auch gemeinsam Urlaub haben wollen. Bei den Öffnugnszeiten unseres Kigas wären die Mütter asu dem Kaffee sicher auch erstaunt. 8-15:30 - wir leben halt auf dem Land ;.-)
    Grüße sonnenblume

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  23. Ich freue mich auch immer wieder auf die Ferien! Mit meinen Kindern. Als ich gearbeitet hatte, während die Große in die Schule kam und die Mittlere noch im Kindergarten war, fand ich es nie richtig schön ,wenn ich sie in die Betreuung geben "musste". Und ein bisschen traurig bin ich, dass meine große Tochter auf der weiterführenden Schule nach den Ferien 3 Tage bis nachmittags in der Schule ist. Aber es ist gut so. Mal sehen, was sich ergibt, wenn Nummer drei in ein paar Wochen in den Kindergarten geht. Wenn es nicht ums Geld ginge, würde ich am liebsten "nur" Zuhause bleiben, für die KInder und mich.
    Liebe Grüße Hanna

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  24. Ja Tanja, deutlich und klug gesagt.....Liebe Grüße von Ulrike aus Bad Schussenried

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  25. Unser Kindergarten hat in den Sommerferien durchgehend auf. Auf einer Liste kann man eintragen, wie lange Eltern ihr Kind in den Sommerferien aus dem Kindergarten nehmen wollen - ich bin die einzige die 6 Wochen angegeben hat. Ich fühlte mich fast schon unverantwortlich, aber nachdem ich diesen Text gelesen habe, nicht mehr. DANKE! :-)

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  26. Ich frage mich immer, warum diese Menschen Kinder in die Welt gesetzt haben. Sie hätten doch viel mehr Zeit für sich, wenn sie keine Kinder hätten. Wer so wenig Lust hat, sich in den Ferien mit seinen Kindern zu beschäftigen, und nicht einmal merkt, dass seine Kinder auch Ferien brauchen (am Besten mit den Eltern zusammen)Sollte doch gleich auf Kinder verzichten. Kinder als Vorzeigeobjekte zu behandeln ist einfach nur traurig

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  27. Liebe Tanja , ich bin Erzieherin und Mutter von 2 Kindern und du sprichst mir aus dem .
    Danke !! Dem ist nichts hinzuzufügen.
    Liebe Grüße

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  28. Ich bin da ganz deiner Meinung, dass Kinder auch Ferien und Pausen brauchen, so wie wir Erwachsene. Ich haette da auch im Cafe daneben gesessen und mir auf die Zunge beissen muessen. Finde deinen Blogeintrag super! :)

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  29. Ich denke, man muss manchmal eine gesunde Mischung finden. Wir haben vier Kinder, die älteste in der Schule, die beiden mittleren im Kindergarten. In den kurzen Ferien gehen unsere Kinder auch nicht in den Kindergarten. Aber in der ersten Woche der Sommerferien habe ich diesmal beschlossen, die beiden mittleren noch in den Kindergarten zu geben, damit ich mit der Großen auch mal ein paar Sachen allein machen kann- sie steckt sonst ab und zu zurück wegen der kleineren, jetzt darf sie eben auch mal. In der Woche danach fahren wir in den Urlaub und anschließend sind alle noch drei WOche zu Hause. Ich fühle mich nicht als Rabenmutterdeswegen, auch wenn es nicht dringend nötig wäre. Denn die anderen bekommen sont auch mal zwischendurch einen Tag kindergartenfrei, um in den Zoo zu gehen oder so, und das geht für die Große wegen der Schule ja sonst nicht. Allerdings muss ich dir unbedingt zustimmen: die Ferien genießen die Kinder sehr und ich finde es ein Unding, seine freie Zeit komplett ohne das Kind gestalten zu wollen. Den KOmmentar weiter oben, "warum bekommt man sie dann", finde ich allerdings schwierig, weil ich denke, jeder kennt das Geüfhl, dass es auch mal schön wäre, ein bisschen Zeit ganz ohne Kinder zu haben- so ehrlich muss man denke ich sein, oder? Vielen Dank ansonsten für deinen Beitrag. leider werden die Betroffenen ihn vermutlich nicht lesen :-(

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  30. Wie schlimm, als meine Große in den Kindergarten kam habe ich eine Ausbildung absolviert, deswegen musste sie leider immer sehr lange betreut werden. Mir hat das Herz geblutet und es tat mir so leid. Unser 2. Kind kam erst auf die Welt, als ich meinen Abschluss in der Tasche hatte. Jetzt ist es uns zum glücklich finanziell möglich, dass ich zu Hause sein kann, mich um den Kleinen kümmern darf und meine Tochter nach Schulschluss mit einem Mittagessen zu Hause empfangen kann. Wir genießen es sehr, auch mein Mann findet es toll, dass ich zu Hause bin und mich um alles kümmere.
    Manchmalgönnen aber auch wir uns mal einen Samstag ohne Kinder, die freuen sich dann aber über einen Oma-Opa-Tag und wir haben kein schlechtes Gewissen, weil sonst unsere Zeit in die Familie stecken.

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  31. ...hallo,
    Es ist eine Zumutung für Kinder...durchgehend, jeden Tag, von früh bis zum Nachnittag , oder sogar Abend, in der Kita zu sein.
    Wenn ich mit Eltern dazunins Gespräch komme, dann sage ich meine Meinung dazu. Es ist kein Einmischen, es ist eine Meinungsäußerung. Ich hoffe auch ich bekomme mal solche Hinweise wenn ich allea aus einem merkwürdigen Blickwinkel sehe... Seid mutiger..es muss möglich sein fur die Rechte der Kinder einzutreten ohne, dass es gleich ein Eimischen ist...wer tut es wenn nicit wir, denen das Wohl aller Kinder am Herzen liegt ?

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  32. Liebe Tanja ,
    ich arbeite in einer Grundschule als Betreuungskraft und kann dein Entsetzen sehr gut nachvollziehen ,ich kann nur bestätigen das viele Eltern heute so ticken .Wir haben Kinder die kommen morgens um sieben zur Frühbetreuung gehen von acht bis Zwölf in den Unterricht und dann wieder in die Betreuung bis halb fünf am Nachmittag das ist ein sehr langer Tag ,sowie ein Arbeitstag für Erwachsene GÖNNT EUREN KINDERN AUCH MAL RUHE

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