Der dritte Teil der Langzeitdokumentation über Waldorfschüler: Auf meinem Weg


Im letzten Jahr habe ich Euch auf meinem Blog, von der einzigartigen Langzeitdokumentation von Waldorfschülern erzählt. Damals waren die ersten beiden Teile mit den Titeln „Guten Morgen liebe Kinder“ und „Eine Brücke in die Welt“ erschienen.

In beiden Teilen wurde eine Schulklasse, von der ersten bis zur sechsten Klasse, in der Waldorfschule mit ihrer Klassenlehrerin begleitet und der beeindruckende Wandel und die Entwicklung der Kinder gezeigt.

Eine Waldorfschulklasse achte Jahre lang begleiten

Nun ist der dritte und letzte Teil dieser Langzeitdokumentation erschienen und begleitet in der Folge „Auf meinem Weg“ (Partnerlink), die SchülerInnen in der siebten und achten Klasse.



Mein Mann und ich haben den Film förmlich verschlungen und er war für mich von allen drei Teilen der Emotionalste.

Acht Jahre waren die Schüler und Schülerinnen der Waldorfschule im bayerischen Landsberg am Lech mit ihrer Klassenlehrerin zusammen und wurden von der Filmemacherin Maria Knilli mit der Kamera begleitet.

Vom Erstklässler zum Jugendlichen, ein aufregender Weg

Acht Jahre, die auch immer wieder in einzelnen Szenen gezeigt werden, das Kind in der ersten, der zweiten, der dritten Klasse und immer so weiter, bis zur Achten! Was dort passiert, wie diese kleinen Kinder in das Schulleben gestartet sind und was nun, als Jugendliche aus ihnen allen geworden ist, einfach beeindruckend!

Quelle: Filminhalt "Auf meinem Weg"
Die Kinder sind nun 13-14 Jahre alt, eine turbulente Zeit beginnt. Dinge, die vorher selbstverständlich waren, ändern sich plötzlich. Offen und ehrlich werden die Stimmungsschwankungen und Konflikte aufgezeigt und ihr Umgang damit.

Quelle: Filminhalt "Auf meinem Weg"

Sehr interessant fand ich auch, die Kreativität im Unterricht, bei der Wissensvermittlung. Wie ein Thema erarbeitet wird, immer wieder der Kamerablick in die Hefte und Bücher der Jugendlichen, die unterschiedlichen Lernmethoden und das Beobachten, wie wissbegierig die SchülerInnen sind.

Und mehrmals dachte ich, wer diesen dritten Teil über die Mittelstufe in der Waldorfschule gesehen hat, wird garantiert nie wieder an den Ansprüchen der Bildungsinhalte einer Waldorfschule zweifeln.

Eine ganz besondere Lehrerin

Besonders beeindruckend war für mich die ganze Dokumentation über auch die Lehrerin, Frau Christiane Umbach. Was für eine unglaubliche Frau, mit einer so starken Leidenschaft für ihren Beruf, einer Empathie gegenüber jedem ihrer SchülerInnen und einem starken Fokus, auf die einzelnen Bedürfnisse und Phasen der Entwicklung. Es war ein Erlebnis, ihr beim Unterricht zuzuschauen und es weckte in mir die Sehnsucht, auch noch mal ein Schulkind sein zu dürfen!

Quelle: Filminhalt "Auf meinem Weg"

Acht Jahre sind die Kinder immer wieder mit ihrer Lehrerin gewandert, von ihrer Schule in Landsberg, bis nach Italien. Immer in Etappen, sie haben dort begonnen, wo sie beim letzten Mal aufgehört haben. Und am Ende der achten Klasse erreichen sie ihr Ziel, Venedig! Diese Freude, dieser Stolz, diese Gemeinsamkeit, vor acht Jahren etwas begonnen und es am Ende gemeinsam erreicht zu haben! Und als Zuschauer mittendrin, Gänsehaut pur!

Quelle: Filminhalt "Auf meinem Weg"

Die Schulbildung als ganzheitliche Förderung

Interessant fand ich auch, dass Themen wie das ganzheitliche Lernen der Waldorfpädagogik genauer erläutert wurden. Das das Intellektuelle, Musische, Künstlerische und Handwerkliche eine gleichberechtigte Wertigkeit hat und die Schulbildung, als ganzheitliche Förderung verstanden wird.

Und was hat es eigentlich mit dem Formenzeichen, auf sich? Einem Unterrichtsfach, das es nur an der Waldorfschule gibt! Im Film wird auch diese Frage beantwortet!

In der achten Klasse, erwarten die Jugendlichen nicht nur neue Schulfächer, sondern auch das große Achtklassenspiel. Bei dieser Schulklasse ist es ein Stück von Shakespeare, das bei all seinen Vorbereitungen, der Umsetzung und den Emotionen begleitet wird.

Quelle: Filminhalt "Auf meinem Weg"

Genauso wie die besondere Jahresarbeit, der sich jeder Schüler und jede Schülerin individuell widmen muss. Es ist sehr eindrucksvoll, sie von der ersten Idee bis zur fertigen Präsentation zu begleiten.

Interviews mit den SchülerInnen geben individuelle Einblicke

Immer wieder zwischendrin, wird der Blickpunkt der SchülerInnen in den Mittelpunkt gerückt. In Interviews erzählen sie, was das besondere daran ist, acht Jahre die gleiche Lehrkraft zu haben. Was sie aus den einzelnen Dingen, wie die Wanderung nach Venedig oder das Achtklassenspiel mitgenommen haben. Und wie sie selbst ihre Schule und das Lernen im Gegensatz zu den staatlichen Schulen wahrnehmen.

Wundervoll ist der Abschluss der DVD! Die Einschulung der Erstklässler und die Übernahme der Patenaufgabe durch die Achtklässler. Etwas, dass wir gerade erst an unserer Schule erlebt haben und das uns als Eltern natürlich doppelt berührt hat. Die Szene rundet den Film perfekt ab, ein gekonntes Werk der Filmemacherin Maria Knilli.

Quelle: www.guten-morgen-liebe-kinder.de

Diese ganz besondere Langzeitdokumentation ist geeignet für alle, die offene Fragen, Ängste oder Vorurteile gegenüber der Waldorfpädagogik haben, die am überlegen sind, ob diese Schulform etwas für die eigenen Kinder ist oder einfach mal den Blick über den Tellerrand wagen wollen.

In diesen Filmprojekt steckt so unglaublich viel Arbeit, Zeit und Leidenschaft, ein Film der einen als Zuschauer acht Jahre lang mitnimmt und die Chance gibt, einen unvergleichlichen Einblick zu bekommen.

Hier könnt Ihr auch einen Trailer von dem dritten Teil sehen:




Über diese Dokumentation gibt es auch eine tolle Internetseite, mit allen Informationen über die drei DVDs und Booklets, den Filmkritiken und einem interessanten Interview mit der Filmemacherin. 



Die DVD kann man einzeln (Partnerlink) bestellen oder als DVD-Triple-Edition (Partnerlink)

Ich wünsche Euch viele schöne, interessante und berührende Momente beim Anschauen,

Dieser Post entstand mit freundlicher Unterstützung von Frau Knilli. 
Er enthält zudem zwei Affiliate Partnerlinks.

Kommentare:

  1. Vielen lieben Dank für diesen tollen Beitrag. Meine Tochter geht in einen Waldorfkindergarten und da stelle ich mir natürlich auch die Frage auf welchem Weg es für sie weiter geht. Habe mir direkt die Triple Edition bestellt, eine wunderschöne Sache. Ich freu' mich schon drauf. Dein Blog und auch Deine Insta Seite sind wirklich ganz wunderbar. Danke dafür und einen ganz zauberhaften Sonntag . Liebste Grüße Kathrin

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    1. Sehr gerne, meine Tochter ging auch in den Waldorfkindergarten und die Frage stellte sich uns vor zwei Jahren. Nun ist sie sehr glücklich in der ersten Klasse der Waldorfschule. Die Dokumentation gibt einen tollen Einblick und beantwortet so viele Fragen, die man immer wieder hat. Nun die Mittelstufe gesehen zu haben, überzeugt uns noch mehr, dass wir den richtigen Weg gehen.

      Liebe Grüße, Tanja

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  2. Hallo Tanja,
    ich habe die Dokumentation auch gesehen, welche sehr schön dargestellt wurde. Leider ist es aber nicht an allen Schulen gleich...
    Die Sache steht und fällt einfach mit der Klassenlehrerin oder
    dem Klassenlehrer. Bei unserem Jüngsten hatten wir einen Wechsel
    von 4 Klassenlehrern innerhalb von 3,5 Jahren, so haben wir ihn
    auf der Hälfte der 4. Klasse von der Schule genommen und auf
    eine Dorfschule mit 19 KIndern geschickt (vorher 36) was ein wahrer Glückksgriff war, die Odysee in der alten Klasse ging weiter
    bis in die 8, die Lehrer gaben sich die Türklinke in die Hand
    und immer mehr Kinder gingen. Auch meine Tochter behielt ihre
    Klassenlehrerin bis zur 4, danach gab es einen 2x wechsel.
    Nur unser Großer hatte das große Glück bis Ende der 6. Klasse
    eine super Lehrerin zu haben, danach bis zur 8. auch einen
    klasse Nachfolgelehrer. Mich haben die drei Filme sehr berührt,
    mir liefen auch die Tränen, ich bin der Meinung es wird dort zu
    viel heile Welt gezeigt, so wie es eigentlich sein sollte, aber
    heute nirgends mehr ( fast) zu finden ist. Ich habe sehr viel
    Kontakte zu Waldorfschulen, da bekommt man einiges mit.
    Auch bei Euch oben habe ich einige angeschaut und da findet man
    komischer Weise noch etwas von dieser heilen Welt, von richtiger
    Waldorfpädagogik, besonders beeindruckend fand ich Eckernförde,
    Lübbeck macht auch einen sehr guten Eindruck!
    Ich wünsche Euch, das alles glatt läuft, deine Tochter wird sehr
    viel mitnehmen, unsere Kinder fallen auf - bei meinen, die alle
    später oder früher die Schule gewechselt haben, kamen immer positive Rückmeldungen, besonders wenn es um das klare deutliche
    und vor allem freie Sprechen ging.
    LG Manu

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  3. Liebe Tanja,
    ein Tipp für deine Leser:
    Die Filme sind zur Zeit in der Mediathek zu sehen, alle drei:
    http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/dokumentarfilm/die-ersten-drei-jahre-in-der-waldorfschule-100.html
    http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/dokumentarfilm/vierte-bis-sechste-klasse-in-der-waldorfschule-100.html
    http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/dokumentarfilm/siebte-und-achte-klasse-in-der-waldorfschule-100.html
    Herzliebe Grüße
    Jana

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