Das Spielzeug im Waldorfkindergarten

Das Spielzeug im Waldorfkindergarten

Wenn man als Eltern das erste Mal in eine Waldorfspielgruppe oder einen Waldorfkindergarten kommt, stutzt so mancher. Man schaut sich vielleicht um und denkt, soll das alles sein, womit mein Kind hier spielt? 


So ging es mir damals zumindest. Meine Tochter war gerade ein Jahr alt, wir waren das erste Mal in der Waldorfspielgruppe und meine Spielzeugerfahrungen beruhten ausschließlich aus den staatlichen Kindergärten, in denen ich Jahre zuvor gearbeitet hatte. 

Daher möchte ich Euch heute mal etwas mehr über das Spielzeug in Waldorfkindergärten und Spielgruppen erzählen und einen kleinen Einblick geben.  

Holzbretter

 Das Kinder mit einfachen Materialien unglaublich gut spielen können, lernte ich damals schnell und schon so manches Mal schaute ich beeindruckt auf die fantasievollen Szenen und Welten, die die kleinen Kinder sich aufbauten. 
 
Mit Holzbrettern und Holzklötzen, Körben gefüllt mit Muscheln, Steinen, Aprikosen- und Pfirsichkernen, Mandeln, Nüsse, Kastanien wird gekocht, gebacken und gebaut. Die verschiedensten Dinge werden zweckentfremdet und neues daraus geschaffen. 

Muscheln, Nussschalen und Kerne

Gefüllte Säckchen mit Sand, Reis oder anderen Füllungen dienen zum Beschweren oder zum Stapeln. 

Säckchen mit verschiedenen Füllungen

Kleine und große Zapfen, Murmeln, Holzbretter und Schüsseln in verschiedenen Größen, mit allem wird gespielt. 

Murmeln und Kastanien zum Kullern

Ein paar Töpfe und Pfannen zum Kochen, ein einfacher Herd, gestrickte Decken und Untersetzer, ein oder zwei Puppen und etwas Kleidung, schon ist die Puppenstube fertig.   

Kleine Töpfe aus Emaille und Holzbretter
Puppen nach Waldorfart

Dazu Spielständer (Partnerlink), die mal ein Haus, eine Küche, eine Höhle oder etwas ganz anderes werden.  

Spielständer mit und ohne Dach

 Wäscheklammern halten die vielen Tücher der Höhlen oder, wenn die Kinder sich daraus neue Kleidung machen. 

  
Tücher und Wäscheklammern

Mit Filzbällen wird sich gegenseitig zugerollt und die Murmeln kullern die selbstgebaute Murmelbahn hinunter. 

Zapfen, Steine, Filzbälle und eine Murmelbahn

Der große Korb voller Kastanien wird zur Badewanne, zum Segelschiff oder einfach zu einem Ort der Ruhe. 

Kastanienkorb

Die Materialien werden in unterschiedlichen Körben (Partnerlink) aufbewahrt, alles hat seinen Platz, den das Kind später beim Aufräumen wiederfindet. 

Holzbauklötze in verschiedenen Formen und Größen

Filz, Stoffe, Wolle, Steine, Muscheln, Kerne, Zapfen und Holz, jedes dieser Materialien fühlt sich anders an. Das eine ist ganz rau, das andere glatt, mal ist es schwer und mal ist es leicht. Und wie gut das Holz riecht. Was für unglaubliche Sinneseindrücke, die einfach nebenbei beim Spielen entstehen!  

Pfirsichkerne

Jedes Holzstück, jeder Bauklotz, jeder Kern, jeder Stein, alles sieht anders aus! Sie haben unterschiedliche Größen, Farben, Oberflächen. Sind mal gerade und auch mal schief. 

Verschieden große Steine
 
Kleine Hocker werden zu einer Eisenbahn, zu Flugzeugen und Autos. Plötzlich braucht ein Kind einen Stuhl und Tisch für eine Puppe. Auch dies erfüllt der Hocker, wenn man ihn einfach umdreht. Die Kinder haben das schnell raus und lassen sich noch so viel mehr einfallen. 

Einfache Steckenpferde reiten durch den Gruppenraum und werden zu einer ganzen Kutsche. Mit den Filzschnüren  (Partnerlink) werden aus zwei Kindern plötzlich Pferd und Reiter.

Filzschnüre

Mit den wenigen Materialien, die kleine Kinder in Waldorfspielgruppen und Waldorfkindergärten haben, entwickeln sie die schönsten Rollenspiele, Bauwerke und anderen Ideen und geben sich ganz ihrem fantasievollen und kreativen Spielen hin. Es sind Dinge, die im Spiel alles sein können. Die umgebaut und verändert werden können und bei denen nichts vorgegeben ist.

Mandeln, Körbchen und Holzschale

Mein Sohn erlebt diese Spielwelt mit einfachen Materialien nun in seinem Kindergarten und ich sehe, wie wundervoll, kreativ und fantasievoll sich sein Spielen immer mehr entwickelt.  

Aprikosenkerne

Auch meine Tochter war jahrelang von der Spielgruppe bis zum Ende der Kindergartenzeit, von diesen einfachen Spielmaterialien umgeben und es hat ihr ganzes Wesen unglaublich bereichert.

Als sie zur Schule kam, veränderte sich bei ihr das Spielverhalten und ihr Interesse an neuen Spielzeugen. Vorgegebene Figuren, Bausteine zum Stecken und Spielwelten aus Kunststoff interessierten sie immer mehr und zu Hause sind unsere Spielsachen mittlerweile bunt gemischt.

 Aber ich denke, ihre intensiven Spielerfahrungen aus der Spielgruppen und der Kindergartenzeit sind tief verwurzelt. So verbindet sie noch immer fantasievoll und kreativ alle Materialien und Spielzeuge miteinander und schafft so die schönsten Spielwelten. 

Alles Liebe, 


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  1. Liebe Tanja,
    vielen Dank für diese Eindrücke. Meine Kinder sind leider nicht in einem Waldorfkindergarten, weil ich es mit dem Weg zu meiner Arbeitsstelle nicht unter einen Hut bekomme. Daher achte ich sehr darauf, wie ich die Spielzeug-Angebote bei uns zu Hause gestalte. Viele der von dir beschriebenen Dinge finden sich auch in unseren Kinderzimmern. Eine neue Bereicherung waren die Aprikosen- und Pfirsichsteine. Wie gut, dass der Sommer nicht mehr allzu weit weg ist. Da werden wir fleißig sammeln.

    Viele liebe Grüße in den hohen Norden,

    Steffi G. aus dem Rheinland

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    1. Hallo liebe Steffi, es freut mich, dass Du noch neue Anregungen bekommen hast und wünsche Euch weiterhin ganz viel Spaß beim Spielen.

      Liebe Grüße, Tanja

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  2. Die Pfirsichsteine sind eine schöne Idee, die werde ich für uns zu Hause auch mal sammeln, lieben Dank ❤️
    Leider wurden wir dieses Jahr im Waldorfkindergarten nicht aufgenommen. Aber wir sind dran einen dritten Waldorfkindergarten in unserer Stadt zu gründen, damit jeder einen Platz bekommt ☺️ Ich hoffe wir haben Erfolg!

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    1. Oh, da drücke ich Euch ganz fest die Daumen.

      Liebe Grüße, Tanja

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  3. Hallo Tanja,

    wo bekomme ich denn so große Filzbälle her oder wie mache ich sie selbst?

    LG
    vera

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    1. Hallo Vera, die haben die ErzieherInnen alle selbst gemacht. Wie das geht, weiß ich aber noch nicht.

      Liebe GRüße, Tanja

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  4. Hallo,
    in den Filzbällen versteckt sich oft ein Tennisball ;). Wenn man den vor dem umfilzen Aufschneider, kann man auch ein gelbes Ding aus dem Ü- Ei, das mit Reis halb gefüllt wurde, hinein geben. Das rasselt dann ganz schön. Meine Nichte und mein Neffe lieben ihre gehäkelten Schneckenbänder. Die wurden immer zur Pferdeleine, Absperrband oder einfach nur zum auf- und ab wickeln genutzt.
    Liebe Grüße
    Silke

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