Störtebeker und Konsorten- Piraten in der Hansezeit? Die Mitmach-Ausstellung im Europäischen Hansemuseum

Störtebeker und Konsorten- Piraten in der Hansezeit? Die Mitmach-Ausstellung im Europäischen Hansemuseum


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Wir lieben Museumsbesuche und vor allem im Winter, freuen wir uns doppelt, wenn es eine neue spannende Ausstellung gibt.

 Daher haben wir vor kurzem liebe Freunde gefragt, ob sie mitkommen und uns im Europäischen Hansemuseum hier in Lübeck, die neue Mitmach-Ausstellung „Störtebeker & Konsorten – Piraten der Hansezeit?“ angeschaut, die es noch bis zum 19.04.2020 gibt. 


Störtebeker & Konsorten – Piraten der Hansezeit?


Klaus Störtbeker kennen viele von Euch! Es gibt unzählige Bücher, Filme, verschiedene Produkte und das berühmte Lied über ihn. Manche kennen ihn auch als Klaas Störtebeker, Claas Störtebeker oder Nikolaus Storzenbecher. Oder war sogar ein Johann Störtbeker der berüchtigte Seeräuber? Denn über Klaus Störtebeker gibt es tatsächlich wenig historische Quellen. Aber die, die es gibt, wurden 1435 im Lübecker Burgkloster von dem Mönch Herman Korner verfasst. 


Klaus Störtebeker wurde erstmals im Lübecker Burgkloster erwähnt


Wo würde daher eine Ausstellung rund um die Piraterie der Hansezeit daher besser passen, als im Europäischen Hansemuseum in Lübeck? Neben Kapitänen wie Gödeke Michels, Hennig Wichmann, Klaus Scheld und Magister Wigbold, soll auch Klaus Störtebeker ein berühmter Anführer der Vitalienbrüder, auch als Likedeeler bekannt, gewesen sein und auf der Nord- und Ostsee Seeräuberei betrieben haben. 


Die berühmten Vitalienbrüder


Dabei soll Klaus Störtebeker gegen habgierige Kaufleute gekämpft und mit den Waren den Armen geholfen haben. Aber wer waren die Vitalienbrüder und die „Konsorten“ wie Paul Beneke, Margarete Dume, Hans Pothorst oder Bartholomäus Voet wirklich? Waren es Gewaltunternehmer ihrer Zeit und keine Piraten? 



Waren es Gewaltunternehmer und keine Piraten? 


 
Die tolle Mitmach-Ausstellung im Europäischen Hansemuseum zeigt Kindern {ich empfehle ab 6 Jahren} und Erwachsenen anschaulich die einzelnen Biografien dieser Kaufleute und jeder Museumsbesucher kann anhand von weißen und schwarzen Chips für sich persönlich entscheiden, ob derjenige wirklich ein „Pirat“ war oder nicht. Denn die Piraterie im Mittelalter war ganz anders, als man vermuten würde.




Piraterie im Mittelalter 


Die Vitalienbrüder versteckten sich nicht auf hoher See, um andere Schiffe zu überfallen, sondern waren fest in die Gesellschaft der einzelnen Handelsstädte eingebunden. Sie warteten auf Aufträge von Königen, Fürsten und hohen städtischen Bürgern und Kaufleuten, die mit richtigen Verträgen geschlossen wurden. 



Dann zogen sie gezielt los, um ihre Dienste zu erledigen, die (vermutlich) nur zu 1/3 mit Anwendung von Gewalt stattfanden. Meistens reichte es schon, dem anderen Schiff zu zeigen, dass man überlegen ist. 


Piraterie ohne Waffengewalt, sondern mit Verhandlungen und Drohungen


Dabei ging die Piraterie im Nord- und Ostseeraum zwischen dem 14. Bis 16. Jahrhundert sehr juristisch und diplomatisch vor und weniger, wie man es von Piraten immer vermutet hat. Die Geschädigten konnten teilweise sogar wieder vor den Gerichten auf eine Entschädigung hoffen! Die Piraten waren nicht so zum Fürchten, wie alle immer dachten. 



Wer war überhaupt ein Pirat? 


Alle waren sich damals einige, dass die Piraterie ein Ende haben muss! Aber es war nicht klar, wer diese Piraten überhaupt sind. Daher fielen viele Menschen den "Piratenjägern" zum Opfer, die wahrscheinlich gar keine waren. Und manchmal wurde auch ein Piratenjäger plötzlich zum Gejagten. 

 

Die Familien Ausstellung im Europäischen Hansemuseum


Dabei hat das Europäische Hansemuseum sich wieder einiges ausgedacht, um das Museumswissen lebendig zu vermitteln und sich über spannende Fragen, spielerisch Gedanken zu machen. 



Wissensvermittlung spielerisch umgesetzt 


Zum Beispiel, wenn ein Piratenschiff ein Handelsschiff auf hoher See kapert! Wie bekommen sie dann die Waren von dem einen Schiff auf das Andere, ohne selbst unterzugehen? Mein Piratenschiff zum Beispiel, ist immer untergegangen! Wie die Waren also sicher und trocken in den nächsten Hafen bekommen? Die Ausstellung verrät, wie es früher gemacht wurde.



Audiostationen und besondere Ausstellungsstücke


Dazu gibt es verschiedene Audiostationen und immer wieder Dinge zum Anschauen, wie Störtbekers (angebliche) Pantoffeln und eine seltene Drehbasse aus dem 15. Jahrhundert. 



Dazu ein beeindruckendes Schwert, wie es damals zum Köpfen verwendet wurde, original Urkunden von Auftraggebern, die die Piraterie damit genehmigten und ein Moostaurest und Bootshaken aus dem 12. Bis 14. Jahrhundert, dass unter schwierigsten Bedingungen ins Hansemuseum gebracht wurde. Denn so ein altes Tau zerfällt sehr schnell und braucht viel Organisation, um es zeigen zu können.
 


Besondere Aktionen zum Mitmachen 


Man kann sich ein mittelalterliches Kettenhemd anziehen und vorstellen, wie es sich anfühlen musste, damals mit diesem schweren Hemd zu kämpfen und ja nicht ins Meer zu fallen. Man würde vermutlich sofort untergehen. 


Man kann schauen, wo gerade alle Schiffe auf dieser Erde liegen oder unterwegs sind. Spannend, wenn man die größten Kreuzfahrtschiffe oder die Lisa von Lübeck sucht. An dieser Station wollten unsere Kinder gar nicht wieder weg. 


Rätsel, Schattenspiele, Bücher und Seemannsgarn für Kinder 



Es gab verschiedene Rätsel zu lösen, ein Schattenspiel, dass wir schon bei der letzten Sonderausstellung so toll fanden und eine Kogge für Kinder, in der sie sich Seeräubergeschichten anhören können. 



Eine Ausstellung für kleine und große Piratenfans


Ich finde es immer wieder toll, wie das Europäische Hansemuseum es schafft, die Ausstellung so zu gestalten, dass sie für Kinder und Erwachsene gleichermaßen interessant und spannend ist. Ein wunderbarer Ausflug für die ganze Familie.


Fragen über Fragen...findet Eure Antworten 


Und über allem schweben die Fragen: „Gab es Störtbeker wirklich? Und war vielleicht Johann Störtbeker eigentlich Klaus Störtebeker? Ist dies das Ende der Legende?“ Und gibt es die Piraterie eigentlich auch noch heute? 


Zu der Ausstellung gibt es wieder tolle Begleitprodukte im Museumsshop rund Störtebeker, die Konsorten und die Dinge, die in der Ausstellung gezeigt werden. Vor allem den Sonderband zur Ausstellung „Störtebeker und Konsorten – Piraten der Hansezeit? (ISBN 978-3-529-05038-1) aus dem Wachholtz Verlag finde ich sehr interessant geschrieben und toll, um die Ausstellung auch zu Hause noch mal zu vertiefen.


Die neue Sonderausstellung im Burgkloster des Europäischen Hansemuseums 

 

Die Ausstellung befindet sich im Burgkloster des Europäischen Hansemuseums und hat gesonderte, günstigere Eintrittspreise. Es gibt wieder tolle Führungen und auch ein Programm für Schulen rund um die Sonderausstellung. Dazu gibt es im hauseigenen Restaurant „Nord“ besondere "Piratengerichte".

Weitere Informationen seht Ihr auch auf der Internetseite des Europäischen Hansemuseums. Und auch bei Facebook und bei Instagram gibt es viele Neuigkeiten rund um das Museum. 


Ich wünsche allen, die diese tolle Ausstellung mit ihren Kindern noch besuchen, ganz viel Spaß.



 
Dieser Blogpost entstand in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Hansemuseum in Lübeck. Ganz herzlichen Dank dafür.

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