Wie ist es, neben Familie und Beruf am Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg zu studieren?

Wie ist es, neben Familie und Beruf am Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg zu studieren?

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Neues Jahr, neue Möglichkeiten und vielleicht auch eine neue Veränderung? Vor einiger Zeit habe ich Euch hier bei mir von den Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten am Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg erzählt. 


Virtuelle Sprechstunde zum Thema „Berufsbegleitend weiterbilden“ 

 

Nun hat das Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg eine virtuelle Sprechstunde zum Thema „Berufsbegleitend weiterbilden“ eingerichtet. Dort kann man sich über die Möglichkeiten informieren, wenn man an einer Waldorfschule unterrichten oder in einem Waldorfkindergarten tätig sein möchte.



WaldorflehrerIn oder WaldorferzieherIn werden 

 

Und da mir als berufstätige Mama und in der aktuellen Corona Situation sofort einige Fragen zu dem berufsbegleitenden Studium einfielen, hatte ich das Glück eine Studentin am Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg dazu online interviewen zu können.  

 

 Eine Studentin im Interview

 Sandra ist 39 Jahre alt, lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern (5 & 8 Jahre alt) in Hamburg und beendet demnächst erfolgreich ihr berufsbegleitendes Waldorfseminar zur Klassenlehrerin mit dem Fach Handarbeit. 
 

Berufsbegleitend am Seminar für Waldorfpädagogogik Hamburg studieren

Sie erzählt uns heute etwas darüber, wie es ist, neben der Familie und Arbeit am Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg zu studieren und wie es in der aktuellen Corona Siuation funktioniert. 


Liebe Sandra, ich finde es sehr spannend zu sehen, dass es auch als berufstätige Mama möglich ist, noch nebenbei ein Studium am Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg zu machen. Dazu kommen mir gleich ein paar Fragen in den Sinn und ich freue mich sehr, dass Du sie mir beantworten magst. 

 Was hast Du vor Deinem Studium beruflich gemacht?

Ich habe nach dem Abitur in NRW, eine Modeschneiderin Ausbildung absolviert und im Anschluss Modedesign studiert und als Diplom-Modedesignerin abgeschlossen. Danach habe ich einige Jahre angestellt und in freien Projekten gearbeitet, u.a für Joop! und Annette Görtz. Zudem habe ich eine Agentur mit einer Freundin geführt, in der wir ModedesignerInnen aus Osteuropa vertreten und künstlerisch präsentiert und auch andere spannende Projekte umgesetzt haben.

 

Quelle: Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg

 

Und wie kam es, dass Du Dich beruflich nochmal neu orientiert hast?

Mit den eigenen Kindern kam das Interesse mich weiterzubilden, der Wunsch nach beruflicher Veränderung und das erlernte Weiterzugeben. Ich wollte nicht mehr nur an schnelllebigen Projekten arbeiten, sondern einen längeren Entwicklungsprozess begleiten und im Tun künstlerisch tätig sein. Der Faktor “Zeit” mit Menschen zusammen kreativ tätig zu sein, spielte dabei eine entscheidende Rolle und der Wunsch etwas zu tun, das eine Ganzheitlichkeit in sich trägt und somit für mich sinnhaft ist.

 

Wie bist Du dann auf das Seminar für Waldorfpädagogik aufmerksam geworden?

Ich bin durch eine Freundin, selbst eine dreifache “Waldorfmama” auf das Seminar aufmerksam geworden und habe mich dann für einen Infoabend im Seminar in Barmbek angemeldet. Danach war ich sehr begeistert von den Dozenten am Seminar, die eine sehr wertschätzende und offene Art haben und mich mit ihren Visionen begeistert haben.

 

Ich dachte bisher, dass man dort vor allem Klassenlehrer und nicht Fachlehrer für einen Bereich werden kann. Welche verschiedenen Fachrichtungen sind noch möglich?

Die Studienmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Es gibt die Möglichkeit KlassenlehrerIn für die Unter- und Mittelstufen, FachlehrerIn wie z.B. für Fremdsprachen-, Handarbeits-, Werk- oder GartenbaulehrerIn oder aber OberstufenlehrerIn im Epochenunterricht z.B. der Fächer Biologie, Mathe, Deutsch, Geschichte, etc. zu werden. Diese Möglichkeiten sind sehr individuell und der zeitliche Rahmen ist vom Vollzeit-Studium, sowie im Halbtageskurs bis in das berufsbegleitende Studium, nach der eigenen familiären Situation, gestaltbar.


Quelle: Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg


Musstest Du Dich sofort für eine Richtung entscheiden oder konntest Du Dir das noch eine Weile offen lassen?

Ich habe mich vorab und durch intensive hilfreiche Beratungsgespräche der Dozenten am Seminar für eine Richtung, KlassenlehrerIn mit dem Fach Handarbeit, entschieden. Bis nach dem ersten Praktikum, das recht zeitnah an den Studienbeginn gekoppelt ist, kann man selbst und durch die DozentInnen jedoch noch einmal gut reflektieren und auch die Studienwahl gegebenenfalls anpassen. 

 

Wie viele StudentenInnen sind in Deinem Kurs?

In meinem “Kurs” der zunächst der Halbtageskurs war, fingen 31 StudentInnen an. Als ich ein Jahr später in den Abendkurs wechselte, waren es dort noch 19 StudentInnen.

 

 Viele haben den Wunsch, eine Weiterbildung oder ein Studium zu machen, aber können es finanziell nicht realisieren, in ihrem Beruf Pause zu machen. Wie hast Du das gelöst? 

Ich bin im August 2018 am Seminar im Halbtageskurs gestartet und habe studienbegleitend noch 15 Stunden die Woche gearbeitet. So konnte ich es finanziell realisieren. Nach einem Jahr habe ich wie oben schon erwähnt, in den berufsbegleitenden Kurs gewechselt, da ich eine 60% Stelle in der Handarbeit an der Rudolf Steiner Schule in Nienstedten angeboten bekommen habe. Zudem gibt es aber auch noch die Möglichkeit der Studienfinanzierung oder Stiftungsförderung. Das Studentensekretariat ist sehr nett, wissend und hilfsbereit. Dort einmal nachzufragen, kann ich jedem empfehlen. 

 

Quelle: Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg

Wie lässt sich das berufsbegleitende Studium mit der Familie vereinbaren, wenn man nebenbei auch noch arbeitet?

Die unterschiedlichen Studienmöglichkeiten fand ich besonders mit kleinen Kindern gut zu vereinbaren und auch dadurch nur möglich. Es ist natürlich morgens schon ganz schön stressig, bevor der Tag am Seminar überhaupt startet. Ich war oft komplett durchgeschwitzt bevor es losging. Meine Kinder waren zum Studienbeginn 3 & 6 Jahre alt. 

Das bedeutete erst einmal die Kinder in den Kindergarten und zur Schule zu bringen und um 8:15h pünktlich am Seminar zu sein. Da müssen “alle” schon morgens funktionieren und es darf nicht wirklich etwas dazwischenkommen, wie vergessene Frühstücksboxen, ein klemmendes Fahrradschloss, im Schneeanzug vor der Tür und doch nochmal aufs Klo müssen usw. Mein Mann und ich mussten uns richtig gut organisieren, was nicht unbedingt unsere Stärke ist, in den meisten Fällen aber gut klappte. 

 

Quelle: Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg

Ein enger Freundeskreis und tolle Erziehungskünstler um uns herum, haben uns da sehr geholfen. Am ersten Tag des Studienstarts wurde gleich gefragt, für wen dieser morgendliche Start am Seminar schwierig sein würde und es gab noch ein paar andere Studierende, die ähnlich aufgestellt waren wie ich. 

 

Das war ganz schön und auch erleichternd zu wissen, dass es zum einen noch Andere gab und ich nicht allein schon morgens vor Beginn ein straffes Programm hatte (wobei es nicht heißen soll, dass man das nur mit Kindern hat), sondern auch von DozentInnenseite aus für den Kurs das Verständnis für die Bedürfnisse des Anderen zu schaffen. So wurde es auch im Kurs mitgetragen, wenn jemand zu spät reinkam und es nicht als störend aufgefasst.

 

Quelle: Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg

An zwei Nachmittagen in der Woche und zwei Samstagen im Monat habe ich dann noch im Anschluss gearbeitet und war dann erst zum ins Bett bringen unserer Kinder wieder zu Haus. Es gehört einfach eine Art Disziplin dazu, durchzuhalten und auch eine Art von Organisation, sowie die Energie und Kraft zu haben, um alles zu vereinbaren und an alles zu denken. 

Das ging manchmal besser und manchmal schlechter und schärft aber auch den Blick für das Wesentliche. Sowohl in beruflicher als auch privater Sicht auf das Leben. Mir und meiner Familie ging es in dieser Studienzeit gesundheitlich sehr gut und das hat mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin, sonst hätte ich es vielleicht nicht immer so durchgehalten.

 

Und wie hat das Studieren mit Corona funktioniert? 

 

Das Studieren zu dieser Zeit war nicht immer einfach, wie fast alles musste erst einmal in dieser Ausnahmesituation versucht werden, den Rahmen neu zu schaffen, indem man sich begegnete und miteinander lernen konnte. Einige Seminare konnten leider nicht stattfinden und wurden aufgrund von Corona Regelungen und Bestimmungen ersatzlos gestrichen. Der Großteil der Seminare fanden über Zoom statt, als online Konferenz. Es birgt ja auch immer Chancen, wenn “man” etwas nicht so machen kann, wie man es gewohnt ist. 

Ich denke es ist ja die Kreativität, die Flexibilität, die Phantasiefähigkeit und die innere wie äußere Beweglichkeit, um in diesen Zeiten der Einschränkung den Unterricht meistern zu können, die WaldorlehrerInnen aber meist sowieso im Rucksack dabei haben. Das geht oft an die eigene Haltung und hat dadurch auch unterschiedlich gut funktioniert. 

 

Quelle: Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg

Für das künstlerische Arbeiten, das Singen und Musikseminare beispielsweise ging es leider nur zu den wärmeren Zeiten, als wir draußen im Hof sein konnten. In geschlossenen Räumen konnte es nicht stattfinden. Ein ganz schöner Moment war die Weihnachtsfeier, die jeweils durch den Halbtageskurs des Vorjahres und diesmal somit auch über Zoom, gestaltet wurde. Da war trotz der räumlichen Entfernung und durch die künstlerische Gestaltung von Gesang, Schauspiel und Rezitation eine starke innere Verbundenheit spürbar.

 

Habt Ihr unter den Studenten viel Kontakt und auch gegenseitigen Austausch? 

 

An zwei Nachmittagen in der Woche gibt es im Vollzeitkurs die Möglichkeit des gegenseitigen Austausches und an eigenen Projekten zu arbeiten. Auch die Mittagspausen, in denen man zusammen in der Schulküche zusammen kochen kann, wurden gern für den Kontakt genutzt. Dies war für mich manchmal etwas schade, da ich durch meine zeitliche Aufstellung und Organisation schnell los musste. Wenn ich aber die Zeit hatte, habe ich  diesen Austausch sehr genossen. Es fanden dann vertiefende Gespräche durch Themen und Fragen der Kursinhalte statt, aber auch auf der Beziehungsebene gab es dort einen Austausch, der sehr schön war und auch neue Freundschaften mit sich brachte.

 

Wie hast Du die Atmosphäre im Studium wahrgenommen? 

 

Für mich war die Atmosphäre im Studium offen, oft angeregt durch interessante Gespräche und Anregungen und besonders im künstlerischen Bereich und der Inklusionsausbildung sehr anregend durch interessante Menschen, denen ich begegnet bin.

 

Quelle: Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg


Und zu guter Letzt, hast Du einen Tipp für alle, die überlegen, den gleichen Schritt zu gehen?

 

Ich würde jedem nahelegen, der diesen Weg am Waldorfseminar einschlägt, die Fortbildungsmöglichkeit zur InklusionspädagogIn mitzumachen, da es an die eigene Haltung geht und die Frage "Wer bin ich  als LehrerIn?" Vieles aus dieser Fortbildung hat durch die Tiefe und Intensität zu nachhaltigen Erkenntnissen über meine eigene Person und demnach auch über mein Verhalten geführt. Hier habe ich immer etwas Hinterfragen können und ein Neudenken oder Umdenken der Waldorfpädagogik in die Zukunft war hier spürbar. 

 

Quelle: Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg

Vielen Dank liebe Sandra, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast und für Deinen Abschluss wünsche ich Dir ganz viel Erfolg. 

 

Und wenn Ihr noch mehr über das Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg und ihre Angebote erfahren wollt, schaut Euch gerne auch mal meinen Blogpost zu dem Thema an. Mit dabei ist auch ein schönes Interview über das Thema „Was Kinder für ihre Entwicklung brauchen“.

 


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